Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , ,

Wir schreiben das Jahr 2022. Im Hochsommer. Ein Mann des Служба внешней разведки stellt einen Asylantrag in Berlin. Das ist Eduard vom SWR ( hier: Auslandsgeheimdienst Rußlands).

Eduard hatte Tausende geheime Dokumente des SWR auf seinen USB-Stift kopiert und flog dann dienstlich nach Elend im Hochharz (Sachsen-Anhalt). Dort betreibt der SWR eine Abhörzentrale. Die bestand schon seit 1954 und wurde von der DDR großzügig gefördert und teilweise mitgenutzt.

Eduards Vater Paul wurde 1963 in Magdeburg geboren und arbeitete seit 1983 bei der Auslandsaufklärung der Stasi. 1990 setzte sich Paul Schneewinsky nach St. Petersburg ab (Er änderte seinen Namen in Snoudin). Dort lernte er die schöne und ebenso junge Elena Mischkowa kennen. Sie heirateten und 1996 bekamen sie ihren Sohn Eduard.

Eduards Asylantrag wird vom Innenminister persönlich bearbeitet. Dieser ist ein lustiger Oberbayer von der CSU und seit einem Jahr im Amt. Denn 2021 hatten CDU/ CSU bei den Bundestagswahlen die absolute Mehrheit errungen. Mit 32,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die 25 andere Parteien schafften es nicht, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Bis auf die Linke. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,3 Prozent.  Nun also saß dieser Bayer aus Berchtesgaden in Berlin und vermißte die Alpen und das Bayrische Meer.

Als der Innenminister erkennt, welche brisanten Dokumente der Überläufer mitbringt, gibt er sofort eine Meldung ans Bundeskanzleramt durch. Die Kanzlerin reagiert umgehend. Sie informiert unverzüglich ihren Vorgesetzten – den Präsidenten der USA.

Gleichzeitig wird eine Sondersitzung des Bundestages anberaumt. Dazu müssen die 845 Abgeordneten aus den Sommerferien herbei eilen. Der Außenminister langweilt sich mit seiner mittlerweile 6. Ehegattin am Persischen Golf im Iran. Diesen Sommersitz hatte er nach dem letzten Friedenseinsatz der USA vor 3 Jahren spottbillig erworben. Der Gleichstellungsminister surft dagegen vor der lybischen Mittelmeerküste mit seinem Lebensgefährten.

Es dauert nur 24 Stunden und die Flugbereitschaft der Friedenswehr (die Bundeswehr wurde 2019 umbenannt) hat alle wichtigen Leute eingeflogen. Es ist ein Sonntag mitten im August. Die Tagesshow unterbricht um 20.08 Uhr (MEZ) das Verlesen der üblichen Propaganda und bringt eine Liveschaltung in den Bundestag. Zeitgleich schalten N24 und Fox News dorthin. Selbst Sky unterbricht seine Vorberichterstattung vom wichtigen Bundesligaknaller Motor Neubrandenburg gegen Aufwärts Hinterzarten – also Meister gegen Pokalsieger.

Der Alterspräsident des Bundestages (88) rollt ans Rednerpult. Er hat beim Schnick-Schnack-Schnuck gegen Bundeskanzlerin und Bundestagspräsidenten gewonnen und darf vorlesen. Es ist ganz still. Zwei Minuten vergehen. …Verdammt – wo ist die Rede? Ein Saaldiener sprintet herbei und hat das wichtige Blatt im DIN A 10 Format (26 x 37 mm) in beiden Händen. Dankbar lächelt der Alterspräsident ihm zu.

„Его сразу же привезли сюда.“ Der erste Satz ist gefallen. Nur die 5 Abgeordneten der Partei die Linke und die Bundeskanzlerin haben das verstanden. Alle anderen gucken wie stillgelegte Autos – also wie immer. Der Alterspräsident merkt, daß er russisch gesprochen hat. Er räuspert sich und sagt: „Man hat ihn sofort hierher gefahren.“

Ein Raunen geht durch den Saal.

Advertisements