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Jana Kopischke hat gerade ihren Sohn ins Bett gebracht. Als Alleinerziehende ist das Leben wahrscheinlich härter – vor allem in Eisenhüttenstadt. Diese Stadt hieß früher mal Stalinstadt und gehört fast zu Westpolen. Aber Jana hat einfach Glück im Leben. Als Sekretärin ist sie bei ArcelorMittal beschäftigt. Früher hieß das Stahlwerk mal EKO und war ein VEB. Aber das weiß sie nur aus den Erzählungen ihrer Eltern.

Vor 3 Jahren war sie mit einer Freundin zum Skilaufen in Schierke. Direkt neben dem Ort Elend, wo Eduard sehr oft zu tun hat. Es kam, wie es kommen mußte. Beim abendlichen Besäufnis in einem ehemaligen FDGB-Ferienheim lernten sie sich kennen. Jana verliebte sich sofort in Eduard. Besser gesagt – in seinen slawischen Akzent bei der Unterhaltung, die natürlich auf Deutsch geführt wurde.

Unterdessen in der U-Bahn-Linie 55. Die Herren mit den großen Sporttaschen wirken etwas nervös. Denn die U-Bahn steht. Stromausfall. Nicht ungewöhnlich, da ständig Wasser in den Tunnel sickert und einen Kurzschluß verursacht. Die Elitesoldaten zerschlagen ein Fenster und verschwinden in der Dunkelheit.

Sie haben natürlich die Original-Baupläne als Kopie für sämtliche Tunnel dabei. Leider wurden diese Pläne bestimmt 4 mal geändert. Folgerichtig nehmen sie den falschen Tunnel und landen direkt in der Spree. Zwei von ihnen sind Nichtschwimmer. Also atmen nach wenigen  Minuten noch 4 Soldaten über der Wasseroberfläche.

Der UNO-Chef hat es satt, laufend Befehle aus Washington auszuführen. Normalerweise müßte er jetzt schon mit dem deutschen Außenminister telefonieren und ein Treffen vereinbaren. Gelangweilt sieht er der Sondersendung zu. Dieser bescheuerte Außenminister ist ihm völlig unsympathisch und sieht aus, wie ein Kaninchen auf Koks.

Er hat seine Pension sicher – seine Frau ist auch der Meinung, daß er sich zur Ruhe setzen sollte. Ein schönes Haus in Recife wartet auf ihn. Er öffnet den mitgebrachten Cachaca Armazem Vieira. Gelagert in Aririba-Holzfässern. Nach dem 3.Glas schläft er ein.

Auch die meisten Abgeordneten im Bundestag sind mittlerweile eingeschlafen. Dieser Russe erzählt hier sein ganzes verdammtes Leben und kommt nicht auf den Punkt. Wenn das so weiter geht, sitzen sie bis zum jüngsten Tag hier. Ein cleverer Hesse hat einen Karton Äppelwoi dabei. Der macht gerade die Runde in seiner Sitzreihe. Die Stimmung bessert sich merklich.

Der Papst schaut irritiert auf diesen Hauke aus Flensburg. Er weiß nicht, wie dieser Spinner es bis in den Vatikan geschafft hat. Gibt es in Deutschland überhaupt Katholiken? Sind das nicht alles Protestanten? Gleich nach der Zusammenkunft wird er seinen Kammerdiener fragen.

Jana Kopischke hält auch einen USB-Stift in der Hand und sieht ihren Eduard auf allen TV-Stationen, genau wie Vater Paul in Rußland.

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