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Es ist Mitternacht. Die Kanzlerin nickt dem Bundestagspräsidenten zu. Das Geschnarche der Hinterbänkler übertönt alles. Der Bundestagspräsident beendet kurzerhand die Sondersitzung. In Sekunden schlurfen die Abgeordneten aus dem Saal.

Einige werden jetzt noch weiterfeiern – am Schiffbauerdamm in den langweiligen und überteuerten Kneipen, vor denen selbst Touristen gewarnt werden. Andere treibt es in die nahe Oranienburger Straße, wo junge osteuropäische Huren ihren Körper verkaufen. Einmal Blasen 100 Euro, Handbetrieb 70 Euro, Verkehr 150 Euro. Ein Schnäppchen, wenn die Ehefrau in Westdeutschland das Taschengeld zuteilt.

Die vier noch lebenden Elite-Soldaten haben das Ufer erreicht. Sie haben Schnappatmung. Das Wasser war nicht kalt – aber verdreckt und voller Hundescheiße. Seit 2015 wird alles per Druckschlauch in die Spree gespült – die Bürgersteige sind dadurch sauber. Das wiederum lockt Touristen an.

Denn die Touristen bringen noch Geld in die Hauptstadt der Schuldner. Nach der Einführung der Agenda 2030 gibt es noch ungefähr 25 Prozent Haushalte, die nicht auf soziale Leistungen des Staates angewiesen sind. Mittlerweile bezahlt der Staat – direkt und indirekt – 80% seiner Bürger. In vielen Gegenden sollen es 100% sein. Aber das nur in Ländern, die schon immer schwächelten. Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt. Die Träger der roten Laterne. Die Verlierer.

Ein Abgeordneter aus NRW – vielmehr aus Lippstadtkotzt gerade vor der „Ständigen Vertretung“ auf die Straße. Diese Kneipe ist von irgendwelchen Leuten aus Köln/ Bonn hierher versetzt worden. Der Lippstädter hätte auch drinnen kotzen können – es wäre niemandem aufgefallen.

Der Bundespräsident ist immer noch in Kolberg. Keine lästigen Telefonanrufe, keine Frau, kein Leibwächter. Seit 2 Tagen fühlt er sich richtig gut. Zum ersten Mal seit 7 Jahren. Das Zimmer ist klein und fein. Kein TV, kein Radio, kein Telefon.

Er hat 4 Bücher mitgenommen. Kriminalromane. Jetzt liegt er auf dem Bett und liest entspannt und lächelnd. Manchmal legt er zwischendurch das Buch weg und denkt über sein Leben nach. Jedesmal will er dann schnell weiter lesen. Das tut nicht weh und lenkt ab.

Paul Schneewinsky – jetzt Paul Snoudin – schüttelt den Kopf. Was er auf dem USB-Stift gefunden hat, spottet jeder Beschreibung. Als alter Stasi-Kämpfer kann er den Informationsgehalt gut einschätzen. Er fragt sich, was sein Sohn damit bezweckt. Sie können zur Zeit nicht telefonieren.

Paul kann sich sehr gut an 2013 erinnern – ein Überläufer der US-Amis floh nach Rußland… Und wie die Geschichte ausging. Kopfschuß in der Moskauer Metro – im März 2014. Was soll das alles – denkt Paul.

Jana Kopischke greift zum Telefon um ihren zuküftigen Schwiegervater Paul anzurufen. Die Leitung ist besetzt.

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