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Ja –  ich besitze ihn tatsächlich. Den Großen Duden. Rotes Leder außen, vergilbte Seiten innen. Die 6. Auflage aus dem Jahr 1990 vom VEB Bibliographischen Institut Leipzig. Preis: DDR 11,80 M.

Dieses – heute – alte Buch habe ich damals ganz bewußt gekauft. Schließlich stürmten nach dem Mauerfall ca. 2000 neue Wörter auf uns Ossis ein. (Tatsache. Darüber gibt es wissenschaftliche Arbeiten.)

Hinzu kam noch die Schlechtschreibrevolte von 1996.

Ein Verb, welches mich immer wieder nervt, ist nachhalten. Ich kann das bis heute nicht deuten. Bei uns gab es Nachhaltigkeit und nachhaltig. Aber ich weiß nicht, was ich nachhalten könnte. Ich weiß, was ich euch vorhalten kann.

Super. Das war eine Kraftstoffsorte an den Minol-Tankstellen. Aber nie ein Wort, welches Begeisterung oder Wohlgefallen ausdrückt. Super war im Tank und wurde im Motor verbrannt.

Ein Flieger war ein Pilot im Flugzeug. Es hieß Weihnachten und nicht an Weihnachten. In der Woche und nicht unter der Woche etc.pp.

Auch das Denglisch ist bei den nicht beigetretenen Deutschen (den Ureinwohnern der BRD) ganz stark ausgeprägt. Und das geschah schon vor 1990. Viele merken nicht mehr, wenn sie Denglisch schreiben oder sprechen. In meinem Bekanntenkreis ist das nicht der Fall. Und wir verwenden auch keine russischen Wörter.

Wer war nun wirklich besetzt und wurde geprägt durch die Besatzer nach 1945? Wessen Besatzungsmacht hat sich zurückgezogen?

Das sind Fragen einen lesenden Arbeiters Faulpelzes.