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Der Regierungssprecher Andreas Meier sitzt derweil an seinem Schreibtisch und feilt an der offiziellen Erklärung. Er hat eine beeindruckende Karriere gemacht. Nach dem Hauptschulabschluß begann er als Laufbursche bei einem hessischen Lokalblatt. Eines Tages wurde ein Stuhl frei und er durfte Lokalnachrichten schreiben. Zwei Jahre später kam er zur Bravo.

Vor fünf Jahren warb ihn der Playboy ab und vor einem Jahr rief die Kanzlerin an. Seitdem sitzt Andreas in diesem riesigen Büro und tut so, als wäre er die Stimme der Kanzlerin. Andreas ist aktiv in der BDSM-Szene. Das ist sein größtes Problem. Er träumt ständig davon, daß die Kanzlerin ihn mal so richtig fesselt und auspeitscht.

Jetzt aber hat er ein richtiges Problem. Der Russe hat nichts gesagt, was interessant sein könnte. Der hat nur aus seinem Leben erzählt. Nichts von den geheimen Dokumenten.

Zur gleichen Zeit unterbreitet Hauke dem Papst seinen Vorschlag. Eduard Snoudin soll lebenslanges Asyl in der Vatikanstadt erhalten. Eventuell könnte er sogar die Staatsbürgerschaft bekommen. Das würde das Image der im Niedergang begriffenen Kirche aufpolieren.

Der Papst guckt etwas verwirrt. Ein kommunistischer Atheist im Vatikan – widerspricht das nicht allen Vorschriften? Der Kammerdiener blinzelt und nickt seinem Papst zu. Also ist es beschlossen.

Noch in der Nacht bucht der Kammerdiener einen Flug und ein Hotel in Berlin.

Eduard schläft derweil in einem Gästezimmer des riesigen Kanzleramts. Aus Sicherheitsgründen. Denn dieser Koloss ist so sicher wie Fort Knox. Eduard träumt von Jana. Er hat ihr die Heirat versprochen. Das war vor 9 Monaten. Sie verbrachten 3 romantische  Tage in Pirna in der Sächsischen Schweiz. Dort hielt er um ihre Hand an.

In Pirna fand durch die Treuhand eine beispiellose Deindustriealisierung statt. Aber davon träumt Eduard nicht. Er träumt von seiner Hochzeit in der Nikolaus-Marine-Kathedrale.

Das Nobelpreiskomitee hat sich entschieden. Morgen früh fliegt es nach Berlin. Die Sekretärin hat schon gebucht. Flug mit Air Berlin und ein neues Bett- und-Frühstücks-Hotel direkt am Alexanderplatz. Drei Nächte für 99 Euro im Einzelzimmer. Ein Schnäppchen.

In Stockholm fahren die Mitglieder zufrieden nach Hause. Es ist 2 Uhr. Stockholm schläft.

Jana Kopischke hat endlich ein Freizeichen. Bei Schwiegervater Paul Schneewinsky in St. Petersburg klingelt das Telefon. Paul erwacht in seinem Sessel und stolpert zum Telefon.

Привет! (Hallo) sagt Paul. Hallo Paul, hier ist Jana. Hast du alles im Fernsehen verfolgt? Grüß dich Jana. Ja. Ich verstehe gar nichts. Weißt du etwas? Nein. Gar nichts. Eduard war wie immer. Er hat mir nichts erzählt.

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