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So titelt die FAZ. Das Kampfblatt des Proletariats Prekariats mit Sitz in Frankfurt/Main.

Italien erlebt in der Vorweihnachtszeit die Ankunft der „Forconi“. Eine neue, radikale Protestbewegung der Enteigneten und Verarmten. Und ihr Schlachtruf lautet: Raus aus Europa!

Herr Schümer in Venedig ist nah dran. Zumindest berichtet er, was wirklich so passiert.

Zuallererst wird mit der Mistgabelbewegung die Misere von Millionen deutlich, die angesichts von Arbeitslosigkeit, Steuern und Schulden gar nicht erst auf die Idee kämen, fröhlich zu konsumieren.

Hat das alles irgendetwas mit dem Euro und einer europäischen Diktatur zu tun? Oder ist es nur Zeitgeist?

Ihr Land ist nicht das Italien der historischen Prachtplätze, sondern eine Welt der Vorstädte, Zuwanderung und Armut, die mehr an den Neorealismo der fünfziger Jahre als an einen prosperierenden Wohlfahrtsstaat denken lässt.

Hoho – hat die EU uns 50 Jahre zurückgeworfen? JA!

Ähnlich wie in der Bretagne, in Rumänien oder Griechenland bedeuten die Proteste auch einen Notschrei gegen einen Staat, der in der Euro-Krise zunehmend die eigenen überhöhten Kosten und die obszönen Subventionen für Banken bei den Unterschichten eintreibt.

Das hört sich aber sehr marxistisch an…  Keine soziale Marktwirtschaft? Was machen die Lohnschreiber, wenn der Wind sich dreht? Genau.

Wenn das Prekariat nun den Steuerstaat als Hassobjekt ausmacht, dann mit gutem Grund.

Herr Schümer – richtig wäre: Proletariat. Denn wenn wir schon marxistisch sein wollen, dann richtig.