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Wir wissen, daß die EU seit 2017 nur noch auf dem Papier existiert. Immer mehr Länder verließen die Euro-Zone und kehrten zu einer nationalen Währung zurück. Viele Beitrittskandidaten verzichteten freiwillig auf den Euro.

Zu deutlich waren die Bilder aus Spanien, Frankreich, Italien oder Griechenland. Dort gingen vorher täglich Menschen auf die Straße und demonstrierten gegen die Armut. Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit bestimmten das Leben der meisten Menschen.

Jetzt, fünf Jahre später, gibt es kein Europäisches Parlament mehr. Die Länder erholen sich langsam von den Verwerfungen, die das Experiment EU hinterlassen hat.

Auch das Schengen-Abkommen wurde aufgeboben.

Paul Schneewinsky steht auf dem Flughafen und wartet auf sein Flugzeug nach Berlin TLX. Der neue Flughafen BER in Schönefeld ist nie eröffnet worden, nachdem der Tower und Teile der Landebahnen im Morast versanken. Das geplante Abfertigungsgebäude ist schon seit 2 Jahren ein riesiges Einkaufszentrum mit Schwimmbad und Skipiste.

Schneewinsky steigt ins Flugzeug und überlegt, ob er gleich nach Eisenhüttenstadt fährt oder in die Russische Botschaft, Unter den Linden.

Eduard Snoudin läuft unterdessen in seinem Zimmer umher. Für wen hat er den Auftrag ausgeführt? Er weiß es nicht.

Vor Jana Kopischke steht ihre Nachbarin Aigul. Die kam 1992 aus Kasachstan nach Eisenhüttenstadt. Sie gehört zu den Русские немцы, den Rußlanddeutschen. Ihre Vorfahren waren 1765 nach Rußland gekommen. Katharina II. hatte viele Deutsche mit ihrem Manifest eingeladen.

Jana – ich brauche unbedingt Salz. Kannst du mir etwas leihen? Komm rein, sagt Jana. In der Küche steht ein Weinglas. Trinkst du etwas mit? Ja. Gerne. Aigul betreut öfter ihren Sohn, wenn Jana mal ins Kino geht oder zum Umtrunk mit Freundinnen.

Schneewinsky ist mittlerweile in Tegel gelandet. Er fährt mit dem Taxi zur Botschaft.