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Die Justizministerin ist mittlerweile in der Villa des Innenministers eingetroffen. Sie haben sich in das Arbeitszimmer zurückgezogen. Es werden Pläne geschmiedet, um Gysi ein Bein zu stellen. Weinselig schauen sich die beiden Ex-Gewerkschaftler an.

Warum kam Immanuel stockbesoffen aus der Kneipe nach Hause? Ganz einfach. Sein Referat wurde vom Professor mit einer Handbewegung weggefegt. Und in der Kneipe war ein Russe, der für ein Jahr in der Stadt auf dem Mond gelebt hat.

Und der erzählte wunderliche Dinge. Dort oben gibt es keine Drogen. Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine anderen Drogen. Keine Kriminalität. Kein Privateigentum. Kein Geld.

Alles ist im Überfluß vorhanden – weil nicht eine Handvoll Millionäre und Milliardäre sämtlichen Reichtum für sich beanspruchen können. Die Automatisierung brachte es mit sich, daß die Menschen nur noch Computer bedienen müssen.

Zu jeder Wohnung gehört eine Luke, aus denen alle gewünschten Dinge kommen. Niemand hat einen Kühlschrank. Wer etwas braucht, bestellt und es ist nach 10 Minuten da.

Es gibt keine Polizei, keine Gerichte. Wer gegen die Regeln verstößt, wird umgehend zur Erde zurückgeschickt. Genau das passierte dem Russen. Er hatte heimlich versucht, Wodka zu brennen.

In den Medien der BRD existiert diese Stadt natürlich nicht. Deshalb lauscht Immanuel gespannt. Er würde am liebsten sofort dorthin fliegen, aber bisher leben dort nur Chinesen, Russen und Inder.

Immanuel trinkt und lauscht. Und grübelt. Und denkt an Anna.

Anna ist momentan auch nicht ganz zufrieden. Sie muß Stücke spielen, die ihr nicht gefallen. Viel lieber würde sie eigene Kompositionen vortragen. Aber das darf sie nicht. Ihr Vertrag beinhaltet nur Werke der Klassik vergangener Jahrhunderte.

Immanuel wird wach. Kaffeeduft zieht durch die Luft. Anna steht in der Küche und macht Frühstück. Er umarmt sie und flüstert eine Entschuldigung. Ist schon gut, sagt sie. Setz dich. War es schön gestern Abend? Ja. Immanuel beginnt, ihr von der Mondstadt zu erzählen.

Anna guckt ihn skeptisch an.

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