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Kapitalverwertung wird gerne als Gentrifizierung bezeichnet. Denn das hört sich doch harmlos an. So wie Kollateralschaden. Oder Luftschlag.

Immobilieninvestoren haben die Quartiere der Künstler für sich entdeckt. Aus der ehemaligen Karosseriewerkstatt, in der Jedlitschka wohnt, sollen moderne und hochpreisige Lofts werden. Die Kündigungen liegen seit Monaten auf dem Tisch.

Leipzig. Meine zweite Heimat.

Vor 15 Jahren stand die ehemalige Karosseriewerkstatt leer. Jedlitschka, Balmer und andere zog es in den Stadtteil. Die freien Räume hatten es ihnen angetan. Sie gründeten Stadtteilvereine, organisierten Straßenfeste, kümmerten sich um das Miteinander und waren künstlerisch tätig. Und sie begannen damit, sich die großen Brachen für Wohnzwecke auszubauen. Dem damaligen Eigentümer war das recht. Er schloss Mietverträge mit günstigem Zins, die mittlerweile unbefristet sind. Traumhafte Lebensbedingungen entstanden. Ende 2012 allerdings hat die KSW GmbH, eine Leipziger Immobilienfirma, das Gebäudeensemble gekauft. Das Fabrikgebäude solle saniert und „entmietet“ werden, teilt ein Unternehmenssprecher mit.

Toll. Entmieten wir doch.

Tja. Lest doch selbst den täglichen Wahnsinn der grenzenlosen Freiheit und Demokratie.

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