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Auch hat man in Mitteleuropa nie zuvor so viele identisch aussehende und die gleichen Nichtigkeiten vor sich hinplappernde Kreaturen gesehen. Die totale Zombiefizierung des Menschen, sein gelungener Umbau zur jederzeit zustimmungsbereiten Konsum-, Affirmations- und Mitmachmaschine gelingt dem Kapitalismus täglich besser. Die Irrationalität der gesellschaftlichen Verhältnisse, »das Ausmaß der Lenkung und Gestaltung von Bedürfnissen, die bereits die herrschaftlichen Kontrollsysteme in sich tragen, die Identifizierung des Menschen mit der Objektwelt, mit Waren und Firmen«, all das nehmen viele in ihrem Alltag gar nicht mehr wahr.

Das könnte ja zu den Szenen passen, die sich in den letzten vier Wochen rund um die Fußball-WM abgespielt haben. Aber nein – es ist nur eine Buchrezension. Ich lese so etwas für gewöhnlich nicht; aber diese hat selbst mich erreicht.

»Der italienische Fischer darf nach europäischem Recht Kinder, Frauen und Männer beim Ertrinken filmen, aber ihnen nicht helfen. Einen Europäer muss er retten, sonst macht er sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig.« Wir haben es also hier mit einem geltenden Recht zu tun, das »das Bewusstsein zurückzwingt zur Rassenkunde der deutschen Kinderfibeln von 1937«, kommentiert Trampert.

Unschöne und wahre Sätze. Wer Lust hat, findet die Rezension hier. Und damit natürlich auch das Buch, welches besprochen wurde.