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Heute ist wieder so ein Tag. Ich werde persönlich.

Merkel und ich haben vieles gemeinsam. Und nur das ist wichtig. Das Trennende müssen wir nicht erwähnen.

Merkel war schon immer eine gläubige Leserin der Jungen Welt. Denn das war damals das Zentralorgan der FDJ. Und Merkel bekleidete ein hohes Amt in der FDJ. Das fiel ihr nicht in den Schoß. Schon mit 32 Jahren mußte sie in die BRD reisen, um sich das dortige Elend anzugucken. Natürlich kehrte sie zurück. Zwischendurch sah sie das Elend in der Sowjetunion – sie kam zurück. Die DDR war zwar öde und immer dunkel – aber woanders war es noch schlimmer.

Ich lese die Junge Welt seit 10 Jahren. Vorher nicht. Ich hatte nie ein Amt in der FDJ – der Kampfreserve der Partei. Ich mußte nicht in die BRD reisen – sie kam zu mir. Wie Angela habe ich in Leipzig studiert – landete aber nicht in der Elite-Akademie der Wissenschaften. Nein – ich war nach dem Studium bei der HO. Unsere Kaufhallen brauchten einen fähigen Verwaltungsarsch. Der war ich. Leiter der Versorgung für einen Stadtbezirk in Ostberlin.

Merkel wuchs wie ich im Bezirk Neubrandenburg auf. Sie aber nur virtuell. Denn im Hause ihrer Eltern gaben sich sämtliche Westpolitiker die Klinke in die Hand. Und die Stasi.

Bei uns zu Hause gab es nicht mal Klinken an den Türen. Die standen offen. Es kamen keine Funktionäre aus Ost oder West. Das war auch gut so.

Merkel ist seit zehn Jahren Kanzlerin. Ich lese seit zehn Jahren die Junge Welt.

Wir haben viel gemeinsam.