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Das soll nicht hämisch klingen. Es ist nur ein Fakt. Und dieser wurde spätestens 1990 geschaffen. „Ein Markt, ein Geld“ nannte sich die Studie einer Gruppe unter Führung des früheren französischen Finanzministers Jacques Delors.

Genau in dem Jahr also, in welchem jeder Nichtökonom das Versagen der ostdeutschen Wirtschaft durch die Einführung einer zu starken Währung beobachten durfte.

Wechselkurs und Wettbewerbsfähigkeit eines Landes hängen sehr eng zusammen. Nimmt man einem Staat die Währung, so nimmt man ihm auch die Möglichkeit, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit ( Produktivität, Lohnstückkosten u.ä. ) auszugleichen.

François Mitterrand machte den Euro zur Vorbedingung für Frankreichs Zustimmung für die Eingliederung der DDR in die BRD. Politisch verständlich, wirtschaftlich fatal.

Die Automobilindustrie in Frankreich wurde das prominenteste Opfer der Euro-Einführung. Auch die geforderte Euro-Abwertung wird nichts verbessern. Ohne Wechselkurs kann sich Frankreich nicht gegen den deutschen Nachbarn behaupten.

Und noch eins fehlt den Franzosen: Das sozialistische Hartz 4. Denn damit wurde die deutsche Lohnquote schön gedrückt.

Frankreich befindet sich in einer schweren wirtschaftspolitischen Krise. Die rechtsnationalistischen Tendenzen bei den letzten Wahlen sind daher begründet. Die Bevölkerung ist nicht gewillt, eine Umverteilung von Unten nach Oben zu akzeptieren. Selbst viele Politiker sind dagegen. Das unterscheidet die Franzosen von den Deutschen.

Aber: Die einfachen Franzosen hätten sich gegen die Einführung des Euros wehren müssen. Mit Blick auf den Niedergang der ostdeutschen Wirtschaft hätte man das erkennen können.

Heutige Vorwürfe an alle anderen im Ausland ändern nichts an der selbstgewollten Euro-Misere.