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Ideale sind schön. Manch ein (Schreib)Blockbetreiber im weiten Zwischennetz hat welche.

Ich nicht. Denn ich besuche nur Blocks, um meine Abneigung gegenüber bestimmtem Sachen zu festigen oder meine Meinung bestätigt zu sehen.

In der DDR war das fast jedem bewußt. Natürlich gab es nur Funk, Fernsehen und Zeitungen. Man lachte über alles. Denn eine Meinung hatte man sowieso. Eine sehr feste. Laut Forschern hatte der Mensch mit spätestens 25 Jahren ein unverrückbares Weltbild.

Das kann ich bestätigen. Natürlich spielen die Bildung und der Lebensweg eine Rolle.

Ich habe eine große Immunität gegen Werbung, Propaganda, Schwachsinn und falsche Begriffe. Und gegen Unlogik.

All das prasselte auf mich ein, als 1990 ein anderes System in mein Leben trat.

Ein System, welches ich schon kannte. Nicht weil ich dort gelebt hatte, sondern weil es seit über 100 Jahren gründlich beschrieben wurde. Vor allem die Folgen des Systems.

Schwarz-Weiß erlaubt keine Grautöne.

Es gab mehr Grautöne in der DDR, als hier in der BRD. Manchmal war es trist, manchmal erhellend.

Zurück zur Meinungsbildung. Wenn eine Schulklasse einen Block besucht, können sich Meinungen bilden. Das ist aber eher selten. Da sich Schulklassen eher bei Fratzenbuch & Co. rumtreiben.

Die Leser suchen sich Blöcke, die ihnen entsprechen. Ist das nicht der Fall, trollen sie etwas herum. Die folgende Nichtbeachtung verstärkt ihre Abneigung und stärkt die eigene Meinung.

So funktioniert das, was hochtrabend „Soziale Netzwerke“ genannt wird.

Das beste Beispiel ist und bleibt Twitter. Dort läuft es so ab:

-Bin grad kacken, was macht ihr so?
-Ich habe schönes Wetter.
-Ich onaniere gerade.
-Alles Scheiße.
-Das bin ich.
-Morgen gehe ich ins Kino.
-Ich find es doof hier.

Man stelle sich solche Gespräche vor, wenn die beteiligten Personen in einem Raum wären…

Undenkbar? Wenn alle nüchtern sind und drogenfrei: Ja.

Die Nicht-Kommunikation prägt die heutigen und kommenden Generationen. Dank der vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten.

Meinungsbildung kann nur erfolgen, wenn Kommunikation keine Ware ist. Aber das ist sie mittlerweile.

Denn die sozialen Netzwerke müssen Geld verdienen.

Sie verdienen mit Meinungsmanipulation.