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Kürzlich schrieb ich den Artikel 5×3 ist nicht 3×5.

Eben fand ich einen bemerkenswerten Artikel bei Telepolis dazu:

In manchen Bundesländern müssen Grundschullehrer keine Mathematikkenntnisse jenseits des Abiturs. Da es offenbar ein Überangebot an Deutschlehrern (und vor allem Deutschlehrerinnen) gibt, werden diese teilweise dazu abgestellt, Mathematik an Grundschulen zu unterrichten, obwohl sie einem Fefe-Zulieferer zufolge manchmal selber „nicht einmal den Dreisatz richtig beherrschen und beim Kopfrechnen Probleme haben„.

Das kann ich sofort unterschreiben. Das Verständnis für Zahlen hat mit Logik zu tun. Und Logik muß man sich erarbeiten. In jungen Jahren.

Mathelehrer sind nicht automatisch Genies. Ich habe noch keinen getroffen, der Kopfrechnen beherrscht. Nicht mal an den Hochschulen.

Generell ist der Lehrberuf in der BRD nicht den Klügsten vorbehalten:

Nachdem damals durch die Presse ging, dass in Köln 94 Prozent der Teilnehmer an einer Mathematikklausur zum Grundschullehramt durchgefallen waren, hatte er sich die Klausur besorgt und beim Lösen festgestellt, dass der Skandal hier offenbar nicht in unangemessen schweren oder ungewöhnlichen Aufgaben bestand, sondern in einem bemerkenswerten Kenntnismangel beim Großteil der späteren Grundschullehrer.

Ich habe genug Erfahrungen sammeln dürfen – in der BRD.

Vorher in der DDR. Dort war es in den Achtzigern so, daß ein Abiturient mit einem mittelmäßigen Zeugnis zwei Optionen hatte: Lehrer oder Offizier werden. Das funktionierte immer.

Jemand, der Mathe logisch findet und an Olympiaden teilnimmt, kommt nicht auf die Idee, Mathelehrer zu werden. Das ist so.

Die Logik ist ein scheues Reh – ähnlich dem Kapital: Beide fliehen, wenn sie Zwang spüren.