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  • Papa – hattest du damals Angst vor Kriegen?
  • Nein. Sie waren weit weg. Die NATO führte sie in Asien, Afrika und Südamerika. Außerdem gab es ein Gleichgewicht durch Abschreckung.
  • Was heißt das?
  • Die Sowjetunion hielt die NATO auf Abstand. Wenn die aufrüstete, rüstete man mit. Außerdem gab es den Warschauer Vertrag – ein Militärbündnis welches unsere Westgrenzen beschützte.
  • Also hast du als Kind keine Angst gehabt?
  • Nein. Ich bin mit einer Sicherheit aufgewachsen. Das betraf alle Lebensbereiche. Von daher kam ich nicht ins Grübeln. Für mich war es eine angstfreie Zeit. In der Schule spendeten wir Geld für Vietnam oder Chile und glaubten daran, daß das hilft. Wir bastelten Friedenstauben und Wimpelketten für die Friedensfahrt. Es half ja auch – ich mußte keinen Krieg oder seine Auswirkungen erleben.
  • Das ist heute anders.
  • Ja. Ich kann dir nicht versprechen, daß wir keinen Krieg erleben werden. Und die Auswirkungen der anderen Kriege erlebst du selbst.
  • Können wir etwas tun – so wie ihr damals in der Schule?
  • Wenig. Nach dem Wegfall der DDR und der Auflösung der Sowjetunion konnte die NATO tun was sie wollte. Und sie tat es auch. Sie brachte den Krieg nach Europa… Du kannst gegen den Krieg demonstrieren – aber es interessiert niemanden. Macht ihr nichts in der Schule gegen Krieg?
  • Nein. Gar nichts.
  • Darum erzähle ich dir manchmal aus meinem ersten Leben. Es gab mal eine andere Welt.
  • Ich bin zu spät geboren.
  • Vielleicht.
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