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Manu wollte nicht aufstehen. Die Uhr zeigte eine Zeit an, die kurz vor Mittag lag. Die Nacht war wie jede andere gewesen – 10 Freier, die sie wie ein Stück Fleisch behandelt hatten.

Aber Manu war dank einer Gesetzesänderung ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft. Sie durfte Steuern entrichten und war Mitglied in einer Krankenkasse.

Als Nutte lebte es sich ganz gut – Beine breit und den Kopf ausschalten. Manchmal wurde sie von hochrangigen Politikern der Grünen gefickt; das war weniger angenehm. Der Pfaffe aus Heidelberg aber machte es am besten. Zutiefst katholisch und benahm sich wie ein Schwein. Er leckte jedesmal ausgiebig ihre Spalte.

Manu stand auf und befüllte ihre moderne Kaffeemaschine. Sie duschte und genoß dann ihr Frühstück. Heute war ihr freier Tag. Nikolaus. Sie dachte an ihre Tochter, die im Kinderheim lebte. Doch es war nur ein ganz kurzes Abgleiten in die Vergangenheit.

Heute wird sie ins Kino gehen, danach in eine Bar. Und niemand kann sie benutzen.

Manu kam 1993 in diese Welt. In Heidelberg. Ihre Eltern hat sie nie gesehen. Sie kam in eine Pflegefamilie. Der Stiefvater war ein hohes Tier bei den Grünen. Er fickte sie, seitdem sie 12 Jahre alt war. Jede Nacht. Ihre Stiefmutter war nie da. Sie hatte ein Verhältnis mit einer Nonne bei Mannheim.

Manu zieht ihre engen Lederhosen an und verläßt ihre Wohnung. Wie immer liegt ein Haufen Hundescheiße vor dem Haus. Sie weicht vorsichtig aus.

Im Aldi kauft Manu ein paar Dinge und hastet dann zu Rossmann. Danach geht es zurück in die Wohnung.

Nikolaustag. Sie kann sich nicht erinnern, jemals ein Geschenk erhalten zu haben. Aber aus dem Fernsehen weiß sie, daß  die Kinder ihre Stiefel vor die Tür stellen – in normalen Familien.

Was ist normal? Manu legt eine Pizza in den Backofen. Sie wird jetzt essen, dann nochmal schlafen und danach ins Kino gehen.

Freunde hat sie nicht. Wozu  auch? Ihr reicht ihr Leben. Sie muß nicht das Leben der anderen Leute ertragen. Das wäre alles zu kompliziert.

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