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  • Was sind die Menschenrechte?
  • Frag lieber, was sie waren.
  • Wieso?
  • Weil es keine gibt. Sondern nur das Gewäsch darüber.
  • Was waren Menschenrechte?
  • Das Recht auf Arbeit. Das Recht auf Wohnung. Das Recht auf Bildung. Das Recht auf Essen, Trinken, Schlafen.
  • Meinst du, daß das alles weg ist?
  • Ja. Das weiß ich.
  • Ihr wurdet doch unterdrückt und durftet nichts sagen?
  • Genau.
  • Papa?
  • Willst du ein Gespräch oder die Abarbeitung von Wahlkampfsprüchen der Pfafffen?
  • Eine Antwort.
  • Aha. Ich konnte damals mehr sagen als heute, weil es weniger existenzielle Folgen hatte. Ich war frei. Niemand versuchte, mich fertig zu machen. Es gab immer diesen imaginären Zeigefinger – aber er raubte mir nichts.
  • Zeigefinger?
  • Ja. Ich habe meinem Chef zweimal am Tag gesagt, daß er ein Arschloch ist. Das hatte keine Konsequenzen. Bis auf den Zeigefinger.
  • Versteh ich nicht.
  • Das wirst du, sobald dein erster schlechtbezahlter Job auf dich wartet. Wenn du die Hälfte deines Einkommens an einen gierigen Vermieter bezahlst und die andere Hälfte für Segnungen wie die die Goebbels-Zwangsabgabe der Medien oder für Bankenrettungen oder Kriege bezahlst.
  • Krass…
  • Menschenrechte sind eine Floskel – seitdem es keinen Sozialismus mehr gibt. Wir hatten welche. Ich habe diese ganze Szene aus Obdachlosen, Pennern und Kriminellen nicht erleben müssen… Damals.
  • Aber du durftest nicht reisen?
  • Doch. Aber nur in bestimmte Länder. Aber ich war damit zufrieden. Deine Kanzlerin durfte dagegen reisen – darum ist sie auch Kanzlerin.
  • Ich hab sie nicht gewählt.
  • Wer dann?
  • Papa – ich bin erst 11. Ich darf nicht wählen.
  • Stimmt.
  • Sind Menschenrechte nicht in der UN-Charta festgeschrieben?
  • Bestimmt. Glaubst du an Gott?
  • Nein.
  • Schade.
  • Nacht Papa.
  • Nacht.
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