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Ich war dabei und erlaube mir ein Urteil.

Fangen wir mit den Wahllokalen an. Überall lange Warteschlangen, weil es nur 2 Wahlkabinen gab. Ist kein Geld da, um 4 solcher Sperrholzgestelle aufzustellen, die man in 10 Minuten mit Hammer und Nägeln basteln kann?

Berechtigte Frage, da für Merkels Gäste immer Geld da ist. Das ist das, was die Wähler sofort denken. Bringt der AfD noch mehr Zulauf.

Kommen wir zu der archaischen Stimmauszählung. Ich war gestern Wahlvorsteher in einem Briefwahllokal. Da gibt es ein paar Besonderheiten – aber auch in normalen Wahllokalen läuft es ab 18.00 Uhr so wie dort.

Die Wahlvorsteher wurden zu 14.30 Uhr einbestellt. Der Rest zu 15.00 Uhr. Also Zeit bis 16.00 Uhr, um aus dem Fenster zu gucken. Denn vor 16.00 Uhr durfte keine Wahlurne geöffnet werden.

Acht Menschen sitzen und warten. Und warten.

Dann Ausschüttung der Wahlbriefe. Öffnen, Kontrolle des Wahlscheins und des eigentlichen Wahlbriefes auf Unbedenklichkeit ( Ist das Ding zugeklebt? ).

Nach 75 Minuten war das erledigt. Die gezählten und noch verschlossenen Wahlbriefe zurück in die Urne. Wir hatten ca. 800, in denen jeweils 3 Stimmzettel lauerten.

Also wieder warten. Warten. 18.00 Uhr. Aufschlitzen der Wahlbriefe und drei Häufchen machen. Erststimme, Zweitstimme und BVV-Wahl. Auf jedem Zettel darf nur ein Kreuz sein. Dann gültig.

Durchzählen der ca. 2400 Zettel. Ist vorgeschrieben und sinnvoll, damit man diese Zahl mit den auf die Parteien verteilten Zahlenwert abgleichen kann.

Machen die meisten aber nicht, da das unnötige Zeit kostet und alle schnell nach Hause wollen. Wir haben es gemacht und gerieten natürlich ins Hintertreffen.

Jetzt komme ich gleich mal zu möglichen Manipulationsmöglichkeiten. Denn es sind nicht wenige.

  1. Der Wahlvorsteher ist eine halbe Stunde völlig allein mit den Wahlurnen. Er könnte nach Belieben Wahlbriefe verschwinden lassen. Keiner würde es merken.
  2. Mir wurde einfach der Zimmerschlüssel ausgehändigt, weil ich behauptete Wahlvorsteher zu sein. Kein Blick auf meine Legitimation. Keine Frage nach meinem Namen. Ich hätte als Fremder beide Wahlurnen entführen können.
    Aber ich war zufällig doch der richtige Wahlvorsteher.  😉
  3. Wenn das Durchzählen der Stimmzettel vor Aufteilung auf die 17 Parteien entfällt, kann jeder Helfer beliebige Zahlen für die Parteien erfinden. Das ist ganz einfach, da der Wahlvorsteher nicht sieben Leute kontrollieren kann. Vor allem kann er nicht allein 2400 Wahlzettel persönlich zählen. Dann würde er jetzt noch beschäftigt sein.
  4. Bei vielen Briefwählern wurde eine Hilfsperson eingetragen. Gründe: Der Wähler ist nicht geschäftsfähig – aus Altersgründen oder durch geistige Krankheiten. Diese Stimmen sind nicht einem Wählerwillen entsprungen, sondern der jeweiligen Hilfsperson.  😉
    Das ist wirklich ein Schwachpunkt – denn diese Hilfspersonen hatten entweder CDU oder SPD angekreuzt.
  5. Jeder Stimmauszähler kann überdies auch ungültige Stimmen unterschummeln. Denn wer soll das kontrollieren? Niemand läßt die Zettel durch zwei Personen zählen. Dann wäre es weit nach Mitternacht. Um 21.00 Uhr machte sich dann auch Unruhe breit – bei meinen Kollegen. Übrigens – die ersten Auszähler in anderen Zimmern waren tatsächlich um 21.00 Uhr fertig.

Wie wir sehen, gibt es bei der Briefwahl ungeahnte Möglichkeiten zur Manipulation. Bei den „richtigen“ Wahllokalen gelten die Punkte 3. und 5.

Betrachten wir die Motivation der Wahlhelfer. Meine Gruppe war Ü 50 – bis auf eine junge Dame, die als Ersatzhelferin gekommen war. Sieben waren freiwillig da – nur die Schriftführerin wurde verpflichtet.

Ich selbst war acht Stunden vor Ort und habe satte 35 Euro kassiert. Man muß das mal ausrechnen – Ehrenamt hin oder her – und kommt auf stolze 4 Euroirgendwas pro Stunde.

Es ist kein Geld da. Nicht für uns. Das ist der Tenor. Für Merkels Gäste schon. Das sagen nicht die AfD-Wähler, sondern die Wahlhelfer. Und meine waren alle linkslastig.

35 Euro waren für die meisten der Grund, überhaupt mitzumachen. Das wurde mir auch bei meiner Zigarettenpause bestätigt. Und 35 Euro sind definitiv für diesen Stress ein Witz. Ich arbeite gern und darf in meiner Branche einen Stundensatz von 100 Euro berechnen – aber diese acht Stunden Ehrenamt waren die Hölle.

Nochmal zum Chaos. Nur durch Zufall beim Rauchen erfuhr ich, wo ich das Geld für meine Leute bekomme. Die Mitarbeiter an den Info-Ständen wußten das nicht.

Gegen 22 Uhr haben wir dann unseren Kram abgeben wollen. Stau im Rathaus. Nur eine Annahme- Stelle und eine Riesenschlange. Offensichtlich hatten auch die anderen Wahlhelfer zur gleichen Zeit die Schnauze voll.

Nun wußte ich auch, warum die ersten um 21.00 Uhr fertig sein wollten.

Unterm Strich:

  1. Unnötiges Chaos durch die Verantwortlichen im Rathaus. Es war ja nicht die erste Wahl.  😉
  2. Die Stimmen in meinem Briefwahllokalokal stimmten mit dem Gesamtergebnis in dem entsprechendem Teil Pankows überein – Linke vor SPD, Grüne und CDU.
  3. Wahlmanipulationen leicht möglich – aber nicht feststellbar. Es gab ja auch keine knappen Ergebnisse, bei denen 10 Stimmen entschieden haben.
  4. Schriftführer ist der undankbarste Job – Vorsteher kommt gleich danach. Also wenn ich das nochmal machen sollte – wieder Vorsteher. Alle sind weg und die beiden beschäftigen sich mit Beamtendeutsch, um alle Zeilen zu füllen.
  5. Wir leben noch nicht im Computerzeitalter; Vorschlag von mir folgt.

Jetzt fiebern wir natürlich Rot-Rosa-Grün entgegen. 😦

P.S. Es war kein Wahlbeobachter bei uns, nur eine Dame von Infratest.

Um eine Kontrolle zu ermöglichen, bräuchte es auch für jeden Stimmenauszähler einen Wahlbeobachter. Das zum Thema Wahlbeobachter. Nur falls ihr wieder etwas lesen solltet über das böse Rußland und die Krim.

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