Schlagwörter

, , , , , , , ,

blaueweinIch hatte ja schon im letzten Jahr einen herrlichen Weintraubenlikör gebastelt. Ein Flasche ist noch da.

Jedenfalls war der so gut, daß er jeden Antialkoholiker zweifeln ließ, ob er auf dem richtigen Weg sein könnte.

Nun ist mir aufgefallen, daß ich darüber noch nicht berichtet habe. Wahrscheinlich war damals die aktuell-politische Lage so brisant, daß ich nicht dazu kam.

Also hole ich das nach. Denn heute war es wieder so weit. Mit den Weintrauben.

Eins vorweg: Meine Küche sieht danach aus, als hätte eine Horde moderner Pinselstricher ein Treffen abgehalten. Aber ich bevorzuge trotzdem diese farbenfrohe Variante.

Die Zutaten:

4-5 Liter blaue vollreife Weintrauben
1 Apfel
etwas Wasser
ein großer und ein kleiner Kochtopf
ein Herd

400 g Zucker
2 Tütchen Vanillezucker

3 Kaffeelöffel löslicher Kaffee
2 Flaschen weißer Rum ( a 0,75 l und 37, 5 Umdrehungen)

Ich koche die Weintrauben mit dem geschnitten Apfel ganz omamäßig ein. Bei mäßiger Hitze. Wenn nur noch Schlusen zu sehen sind, ist es Zeit, den Topf vom Feuer zu nehmen.

Dann gieße ich alles durch ein sehr feines Plastesieb in den zweiten Topf. In der DDR gossen wir das durch die wiederverwendbare Baumwollwindel – aber ich wollte meinen Restvorrat nicht angreifen. Es reicht wirklich ein Sieb.

Wenn ihr Schweine habt oder anderes Federvieh – die stehen auf die Schlusen. Ich kenne zwar einige Schweine – aber denen gönne ich nichts. Also ab in die Mülltüte.

Übrig blieben 2,1 bis 2,2 Liter feinster Traubensaft. In diesen habe ich dann den Vanillezucker und den Zucker eingerührt und aufkochen lassen. Laßt euch übrigens nicht verrückt machen – manche hauen da auch 1 bis 1,5 kg Zucker rein – aber die wollen West-Cola oder einen anderen Abflußreiniger herstellen.

Die blauen Trauben sind süß genug – also abschmecken ist Bürgerpflicht. Nun kommt der lösliche Kaffee hinzu und dann der Rum. Gut umrühren, abschmecken und abfüllen. Für den Trinkbedarf kalt stellen und hoch die Tassen.

Wie gesagt – ich habe noch einen Rest, der über 1 Jahr gestanden hat und immer besser wird.

In der DDR verwendete ich immer Prima-Sprit für meine Liköre. Ich weiß nicht, ob man den noch bekommt.

Mit dem weißen Rum schmeckt er aber auch – und wenn wir uns die Prozentzahl des Endproduktes angucken ist alles im krebserregenden und grünen Rahmen. Allerdings ohne Schockbilder. Denn ich fülle in Flaschen von Altenburger abalso Porzellankappe mit Gummiring.

P.S. So – jetzt warten alle auf Ammitschamma. Er will heute noch vorbeikommen. Dann kann ich seine Geschichte weitererzählen.

Advertisements