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Thomas wachte auf. Alles war naß und durchgeschwitzt. Er hatte einen furchtbaren Traum.

Er träumte, daß er plötzlich in der BRD leben müßte.

Dreck, Drogen, Kriminalität und Hoffnungslosigkeit erzeugten immer noch einen bitteren Nachgeschmack auf der Zunge.

Er schleppte sich in die Küche um ein Glas Wasser zu trinken. Der Kalender zeigte den 9. November 1989 an. Der kleine Zeiger der Wanduhr hatte gerade die Sechs erreicht. Der große Zeiger verließ die Zwölf.

Duschen, rasieren, anziehen und dann zum Bus. Pünktlich um 7.30 Uhr traf er im Büro ein. Er setzte sich an den PC und begann den Plan für die nächste Woche zu schreiben. Danach druckte er ihn fünfmal aus und ließ seine Sekretärin den Rest machen.

Zeit für ein Frühstück. Thomas ging die 250 Meter bis zur Betriebskantine wie im Schlaf. Der Albtraum geisterte noch immer in seinem Kopf herum.

Die Kantine war fast leer. Thomas orderte einen Kaffee und zwei halbe belegte Brötchen. Eine Mark 45, sagte die Dame hinter dem Buffet. Thomas gab ihr Einsfuffzig. Stimmt so, sagte er.

In seinem Traum sah er das Jahr 1999 und sich selbst obdachlos herumirren. Er bettelte, um etwas essen zu können.

Thomas schüttelte sich und trank den bitteren Kaffee aus.

Es war nur ein blöder Traum.

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