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Gustav freute sich wie verrückt auf diese Reise durch Nordafrika.

Geplant hatte er sie bereits vor 6 Jahren – kurz nachdem er den Geldtransporter geknackt hatte. Die vielen Euros hatte er noch verstecken können. Doch irgendwer hatte ihn wohl jemand verpfiffen. Denn ein paar Tage später standen die Bullen vor seiner Tür.

Knappe 6 Jahre verschwand Gustav im Knast. Heute öffneten sich die Pforten wieder. Wegen guter Führung hatte man ihm zwei Jahre erlassen. Mit dem Taxi fuhr er gut gelaunt nach Hause.

Er hatte sich nie für Politik interessiert – deshalb wußte er nur, daß es irgendwie einen Arabischen Frühling gegeben hatte. Aber Frühling war dort immer. Schließlich hatte er einige Jahre als Söldner dort gedient. Nun wollte er alte Freunde besuchen und am Meer entspannen. Außerdem war fast sein ganzes Geld dort gelandet. In Algerien.

Gustav flog eine Woche später nach Marokko. Auf dem Landweg sollte es weiter gehen nach Algerien, Libyen und Ägypten.

Schon in Rabat fiel ihm auf, daß sich etwas verändert hatte. Sein Stammcafe war verschwunden. Überall hingen bärtige Turbanleute rum. Kaum Europäer. Benhasi, ein Freund aus Söldnerzeiten empfing ihn erstaunt.

  • Gustav, bist du wahnsinnig? Alle reisen zu euch – du kommst zu uns. Bist du krank im Kopf?
  • Benhasi, ich will hier Urlaub machen und mein Geld abholen. Das liegt in Algier. Ist es dort auch so islamistisch wie hier?
  • Schlimmer. Sieh dich vor. Verkleide dich. Du siehst wie ein Europäer aus.

Benhasi klärte Gustav auf, was wirklich geschehen war. Radikale Islamisten beherrschten alle Länder im Norden. Gustav sollte sich einen Jeep mit Fahrer mieten, um nach Algier zu kommen.

In Algier war es auch nicht mehr gemütlich. Nach zwei Tagen reiste Gustav weiter nach Libyen. Dort sah er nur Trümmer und verzweifelte Menschen. Und das war vorher ein Paradies am Mittelmeer. Jetzt waren die Strände von Schwarzen belegt, die auf eine Überfahrt mit einem Schlauchboot warteten. Alle wollten nach Europa.

Gustav traf nochmals einen Freund und beschloß weiter zu reisen. Vielleicht war es in Ägypten noch gemütlich.

Auch Kairo sagte ihm nicht mehr zu. Zu viele Muslimbrüder. Fast alles Westliche getilgt. Selbst die Huren waren verschwunden. Gustav schüttelte den Kopf. Was sechs Jahre so anrichten können, dachte er.

Vielleicht wäre es besser auf die Krim zu fahren. Dort hatte er sich immer wohl gefühlt. Am nächsten Tag saß er schon im Flugzeug nach Istanbul. Von dort hatte er einen Anschlußflug nach Simferopol. Am Nikolaustag würde er landen.

Gustav genoß den Drink und schloß die Augen.

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