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Sechs Monate später.

Ammitschamma ist mittlerweile zum Lastesel aufgestiegen. Er darf den Dealern die Drogen ranschleppen. 12 Stunden sitzt er im Gebüsch und wartet auf ein Zeichen, damit er lossprinten kann.

Außerdem ist er in drei Stadtbezirken als Hartzie registriert. Er verdient gut. Er hat schon 8000 Euro gespart und möchte demnächst zurück zu seinen Ziegen. Denn hier gefällt es ihm nicht. Die Stimmung in der Stadt ist schlecht.

Nach den Willkommensgeschrei bläst jetzt ein eiskalter Wind gegen die Flüchtlinge. Ammitschamma ist keiner – aber wer weiß das schon. Abends liegt er auf seiner Matratze und denkt an seine gute Zeit bei den Ziegen.

Er wird versuchen, von hier zu flüchten. Es wird ein beschwerlicher Weg werden. Denn als anerkannter Flüchtling ist es fast unmöglich, wieder abzuhauen. Obendrein gilt er als Syrer durch den gekauften Paß.

Er möchte nur noch er selbst sein. Die Ziegen streicheln und den Himmel betrachten.

In München kamen keine Züge mehr an. Dörte langweilte sich wieder. Manchmal ging sie noch in Flüchtlingsunterkünfte, aber ihre Euphorie war weg. Alles war trostlos und sie verstand diese Menschen auch nicht.

Vielleicht sollte sie wieder nach Hause ziehen und sich dort einen langweiligen Sklavenjob suchen. Irgendetwas mußte sich verändern.

Ilias fluchte. Die Lieferung von drei neuen Flüchtlingen war ausgeblieben. Er brauchte dringend Verstärkung für seine Diebesbande. Außerdem fehlten fähige Drogendealer, die wenigstens etwas Englisch konnten. Denn die Kundschaft war anspruchsvoll. Abgeordnete aller Parteien kauften bei ihm. Und die wollten manchmal ein paar Worte wechseln.

Er verstand dieses ganze Land nicht. Aber man konnte hier schnell Geld verdienen. Die Behörden drückten beide Augen zu – wenn man kein Deutscher war. Eigentlich ein Paradies; aber die Lebensweise der  Ungläubigen störte ihn.

Ilias würde jetzt ein Netzwerk mit Minderjährigen aufbauen – denn die starke Nachfrage der Pädophilen nach Kindern war ihm im Internet aufgefallen. Exotische Kinder sollten es sein. Kein Problem – er hatte schon mit seinem Verbindungsmann in Libyen telefoniert. Dort saßen genug Negerkinder und warteten auf eine Überfahrt.

Ammitschamma faßte einen Entschluß. Innerhalb der nächsten zwei Wochen würde er flüchten.

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