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Vor langer, langer Zeit gab es mal eine Herrscherin. Sie regierte ihr Reich mit eisernen Fäusten und darob langweilte sie sich irgendwann. Es passierte einfach nichts.

Sie hatte keine Kinder und damit war auch jeder Weg in die Zukunft verbaut. Alles was sie tat, galt nur ihrem Glück. Aber es wollte sich nicht einstellen.

So beschloß sie, für die Bewohner der fremdem Reiche ein rauschendes Fest zu geben. Der Zeremonienmeister wurde beauftragt, möglichst viel fahrendes Volk einzuladen. Ins herrschaftliche Schloß.

Die Köche und Ofenheizer bekamen Order, ein Festmahl anzurichten. Es wurden beinahe 1000 Klafter Holz verfeuert, bis alle Kessel dampften.

Die Fremdländer kamen in Scharen. Die Herrscherin zeigte sich kurz und ließ sich sich mit einigen Gästen auf einem Bildnis ihres Schnellzeichners verewigen. Dann verschwand sie in ihre Gemächer. Sie hatte plötzlich Kopfschmerzen bekommen.

Das rauschende Fest tobte die ganze Nacht.

Am nächsten Morgen wurde die Herrscherin unsanft geweckt. Der ranghöchste Minister wackelte an ihrem Himmelbett.

Die Herrscherin erfuhr dies:

Die Gäste stahlen alles, was sie tragen konnten. Sie erschlugen mehrere Diener und schändeten unsere Jungfrauen.

Vielleicht wart ihr nicht gastfreundlich genug, bemerkte die Herrscherin. Vielleicht habt ihr den Fremden nicht genug Respekt erwiesen.

So war es nicht, antwortete der Minister. Wir haben sie mit offenen Armen empfangen. Aber es war vergeblich.

Gut – ich glaube dir. Also werden wir jetzt jeden überwachen, der unser Land betritt. Und alle, die schon hier sind. Veranlasse er dies. So sprach die Herrscherin.

Der Minister verließ (mit etlichen Verbeugungen) rückwärts die Gemächer der Allmächtigen.