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  • Papa – was ist der Unterschied zwischen einem Bürgerrechtler und einem Staatsfeind?
  • Habt ihr kein StaBü?
  • Was?
  • Staatsbürgerkunde … Unterricht, in dem man euch etwas erklärt.
  • Nö.
  • Lernst du überhaupt etwas in der Schule?
  • Wenig.
  • Warum hast du dann fast nur Einsen auf dem Zeugnis?
  • Keine Ahnung.
  • Gut – zumindest bist du ja ehrlich zu mir. Also zurück zu deiner Frage.
    Bürgerrechtler und Staatsfeinde sind lediglich Begriffe, die den Anpassungsgrad der Gesellschaft beschreiben. Beide Begriffe bedeuten das Gleiche. Denn die handelnden Personen sind gegen den Staat. Und der Staat hat mit Bürgern wenig zu tun. Soweit klar?
  • Mhhmm …
  • Frag lieber, warum man einerseits einen positiv besetzen Begriff verwendet und andererseits einen Negativen.
  • Das wollte ich gerade. Aber du läßt mir ja keine Zeit zum Nachdenken. Ich bin noch ein Kind.
  • Entschuldige.
  • Schon okay. Erzähl weiter.
  • Ein Bürgerrechtler lebt immer im Osten – dort wo es Diktaturen gibt. Diktaturen für das Kapital. Ein Staatsfeind lebt im Westen, wo der Staat dem Kapital alles erlaubt. Im Prinzip ist der eine für den Kapitalismus und der andere dagegen.
  • Verstehe. Das hört sich an wie kalter Krieg, von dem du mir erzählt hast.
  • Sehr gut. Es geht lediglich um die höchstmöglichen Verwertungsbedingungen für das Kapital. Nationale Interessen oder Religionen oder Freiheit spielen fast keine Rolle. Das sind nur Ablenkungsmanöver.
    Der Kapitalismus hat diesen Wachstumszwang … Den kann er nur durch Kriege bewältigen. Er muß zerstören, damit wieder Profite fließen. Jeder, der das behauptet, ist ein Staatsfeind. Jeder, der das negiert, ist ein Bürgerrechtler.
  • Puuh!
  • Schlaf gut!
  • Nacht Papa.