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  • Frau Müller, was können sie über ihren Sohn erzählen?
  • Über welchen?
  • Ähh …  haben sie mehrere?
  • Genau drei. Welchen meinen sie?
  • Den Flucht-Müller. Also … ähm .. der Sohn, der in der DDR arbeitslos war.
  • Nehmen sie Drogen?
  • Nein.
  • Aber sie wirken so. Um wen soll es gehen? Erik, Karl oder Lutz?
  • Hmmh … ähm … Sie haben einen Sohn, der in der DDR arbeitslos war. Den meine ich.
  • Ich habe drei Söhne, die in der BRD arbeitslos sind. In der DDR gab es das nicht.
  • Haben die alle eine Ausbildung?
  • Ja. Zwei haben studiert und einer hat seinen Meisterbrief erworben. Sagen sie mal – welche Drogen nehmen sie denn nun?
  • Keine. Frau Müller, einer ihrer Söhne war doch obdachlos. Und hatte keine Arbeit.
  • Wer behauptet das?
  • Das stand doch in einer großen Tageszeitung. Lesen sie keine Zeitungen?
  • Niemals. Ich pflege meinen Garten. Das reicht mir. Zeitungen eignen sich vorzüglich, um den Kamin in Gang zu setzen. Ich hole mir manchmal aus dem Container solche Blätter und dann brennt das Holz ganz schnell an. Außerdem kann man mit diesen Blättern prima die Fenster putzen.
  • Ihre Fenster sehen wirklich sauber aus.
  • Weshalb sind sie denn nun wirklich hier? suchen sie eine Putzhilfe?
  • Nein.  [Schüttelt sich.]
  • Also?
  • [Schreit]  Weil einer ihrer Söhne in der DDR arbeitslos war!
  • Es wäre besser, wenn sie jetzt gehen. Oder soll ich die Polizei rufen?

Der Reporter verläßt fluchtartig das Haus.