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Mit dem Fahrrad ging es jeden Tag die 3 Kilometer zur Schule. Das Wetter war egal – der Schulbus war nur etwas für Weicheier. Außerdem fuhren wir unsere persönliche Friedensfahrt auf dem Rückweg. Kurze Sprints, um die anderen abzuhängen.

An der Fernverkehrsstraße wuchsen Apfelbäume. Die plünderten wir regelmäßig. Das ganze Leben war ein Abenteuer.

Im Sommer fuhren wir nachmittags mit unseren Rädern zur 6 Kilometer entfernten Kiesgrube. Erst zwei Kilometer über Holperpflaster, dann einen Kilometer durch den tiefen Sand eines Kiefernwaldes, dann 2 Kilometer auf einer Teerstraße an der die Reifen kleben blieben. Zum Schluß nochmal Sand bis zur Kiesgrube.

Die Kiesgrube war klar und riesig. Und immer kalt. Auf dem Rückweg wurden die Sauerkirschbäume am Straßenrand aufgesucht. Niemand von uns hatte einen Pfennig in der Tasche – aber wozu auch? Wir vermißten nichts.

Als Schlüsselkinder schmeckte uns das Mittagessen für 55 Pfennige in der Schulkantine. Alles was wir bis zum Abendessen brauchten, besorgten wir uns in der Natur. Wir lutschten das Süße aus dem blühenden Flieder oder knabberten an frischen Maiskolben. Auch das Hundekraut war sehr beliebt.

Manchmal wurden auch fremde Gärten gestürmt, wenn sie zu verlockend mit süßen Früchten ausgestattet waren. Und dann gab es noch den Wald. Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren wuchsen dort.

Zum Trinken stand zu Hause immer eine große Kanne Muckefuck bereit.

So war das damals.