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Man möge sich die schwammigen Formulierungen der EU mal anschauen, dann kommt man um ein herzhaftes Lachen nicht herum.

Die EU-Staaten haben sich bei ihrem Gipfel in Brüssel darauf geeinigt, in der EU geschlossene Aufnahmelager für gerettete Bootsflüchtlinge einzurichten. Diese sollen in Ländern entstehen, die sich freiwillig dazu bereit erklären. Aus den Lagern heraus sollen die Menschen wiederum auf Staaten verteilt werden, die freiwillig mitmachen. Welche das sein könnten, ist noch unklar.*

Alles klar? Nö?

Fangen wir von hinten an. Freiwillig.

Wir wissen genau, wer nicht mitmachen wird. Nun bleiben nur noch wenige übrig – die BRD zum Beispiel. Die braucht Neusiedler ohne Ende. Fachkräftemangel und so. Ihr wißt schon.

Apropos: In Bayern lief ein Projekt, in dem 12 Neusiedler mit jeweils 140.000 Euro gefördert wurden, damit sie Fachkräfte werden. Wie das ausging, brauche ich nicht zu beschreiben. Jeder ahnt es. Für einen 50jährigen Deutschen, der verzweifelt Arbeit sucht, ist die Situation bizarr. Er hat alle Qualifikationen und niemand will ihn. Förderung gibt es nicht. Zero.

Geschlossene Aufnahmelager in der EU- aha.

Wie die Neusiedler dort hinfahren, ist mittlerweile bekannt. Sie chartern ein Gummiboot, fahren fünf Seemeilen weit und sehen ein Retterschiff Schleuserschiff, das begierig darauf wartet, sie schnellstens in die EU zu bringen. Die Schleuserschiffe gehören irgendwelchen e.V. Diese werden großzügig durch Steuergelder gefördert.


Es gab in der Geschichte schon große Einwanderungswellen durch Neusiedler. Das war allerdings in der Blütezeit des Kapitalismus. Damals brauchte man noch menschliches Kapital, um Profit zu machen.

Erklären wir das am Beispiel des Kuhjungenlandes. Dort konnte früher jeder, der zwei Arme und zwei Beine hatte, einwandern. Der Eisenbahnbau erforderte riesige Mengen Menschenmaterial. Heute werden Greencards verlost – eine lustige Tombola.

Oder versucht mal, euch in Australien oder Kanada anzusiedeln.

Das Menschenmaterial wird nicht mehr gebraucht. Der Kapitalismus steckt tief in der Verwertungskrise. Man produziert und findet nicht genügend Konsumenten, weil man diese für ihre Lohnarbeit nicht bezahlen will. Paradox? Klaro – steht alles im Kapital von Marx und ist auch logisch.


Warum ist die BRD so scharf darauf, möglichst viele Neusiedler aufzunehmen?

Weil eine riesige Neusiedler-Industrie enstanden ist. Man kann prächtig Steuergelder abzocken und sich als Gutmensch darstellen. Einen humanistischen Hintergrund gibt es nicht.

Zweitens wirkt das Peter-Prinzip vorzüglich in der BRD. Daimler-Chef Zetsche bejubelte die Neusiedler als dringend gebrauchte Lohnsklaven – eingestellt hat er sie aber nicht. Daimler fehlen keine Arbeitskräfte, sondern Abnehmer für die Schrottkarren. So ist es bei VW. So ist es überall.


Der Verwertungszwang des Kapitals schafft seltsame Blüten. Verblödung ist Staatsaufgabe Nummer Eins. Und all die Verblödeten sitzen dann in den Chefetagen oder in Behörden, Parteien und Regierungen.

Warum ist das gerade in der BRD so extrem ausgeprägt?

Weil der ewige und Möchte-Gern-Exportweltmeister den Grundwiderspruch des Kapitalismus am stärksten spürt.

Ich könnte noch ewig schreiben – aber es ist einfach zu offensichtlich, was hier passiert.

Es langweilt mich.


P.S. Das Zitat ist von Tageschau.de