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Meier saß in seinem Wohnzimmer und rauchte eine Karo. Das Telefon hatte seit zwei Jahren nicht mehr geklingelt. Die Haustürklingel war schon ewig außer Betrieb. So wurde er von lästigen Paketdiensten und den Zeugen Jehovas verschont.

Die Wohnung hatte nur 26 Quadratmeter. Dort zog er nach seiner Scheidung ein. Das war 1985. Seine Ex-Frau behielt das Haus und die Kinder. Damals fühlte sich Meier frei. Er stürzte sich in das Nachtleben von Treptow. Bis zum Zenner waren es nur wenige Minuten. Dort tobte das Leben.

Auch im Baumschulenweg war ein Cafe, wo man nachts etwas erleben konnte. Das waren noch Zeiten. Meier drückte seine Karo aus und schlurfte zum Klo. Ein gewaltiger Schiß ließ die Schüssel erzittern. Vielleicht hatte er gestern zu viel Döner gegessen.

Meier saß wieder vor dem Fotoalbum aus den alten Zeiten. Er als Schichtleiter mit dem Präsent 20-Anzug am Rednerpult. Irgendwie war das unwirklich.

Dieser Abstieg ins Nichts machte ihm zu schaffen.

Also blätterte er in seiner Vergangenheit. Der VEB EAW Treptow war seine Heimat. Dort fühlte er sich wohl. Und diese Betriebsfeiern. Man schipperte mit einem Ausflugsdampfer für einige Stunden zum und über den Müggelsee und hatte viel Spaß. Nach Mitternacht landete man wieder am Treptower Park und konnte dort eine scharfe Kollegin im Stehen pimpern.

Meier war gedanklich in den 80ern, als plötzlich sein Wählscheiben-Telefon klingelte.