Schlagwörter

, , , , , , ,

Meier blickte mißtrauisch auf das Telefon. Nach dem zehnten Klingeln hob er den Hörer an sein Ohr.

  • Ja bitte?
  • Ist da Meier?
  • Wer ist denn da?
  • Der Udo. Meier – kennst du mich nicht mehr?

Udo? Wer ist Udo? Meier kramte in seinem Gehirn. Er konnte sich an keinen Udo erinnern.

  • Ich war dein Stellvertreter im EAW. Damals … Wie geht es dir?
  • Udo? Stellvertreter? Bist du es Lehmann?
  • Genau. Udo Lehmann.
  • Hmmh …  Was kann ich für dich tun?
  • Ich wollte mit dir ein Bier trinken. Bin gerade in Berlin. Wann paßt es?
  • Mensch Lehmann … Jederzeit. Warum rufst du nicht früher an?
  • Meier … ich hatte viel zu tun. War nur im Westen. Und nun nach 30 Jahren bin ich wieder hier. Und da dachte ich, daß wir vielleicht etwas quatschen könnten.
  • Du bist also 1988 abgehauen?
  • So war es. Bin über Bulgarien in die Türkei. Von da nach Wien und dann nach Gießen.
  • Du warst plötzlich weg. Das weiß ich noch. Was machst du jetzt?
  • Ich verkaufe Schrauben und solch Zeugs im Außendienst.
  • Schrauben … aha.
  • Na ja, zumindest habe ich einen Dienstwagen und verdiene ganz gut.
  • Du klapperts also die Baumärkte ab?
  • So ungefähr.
  • Lehmann – du hast doch mal studiert. Und jetzt bist du Vertreter.
  • Man muß nehmen, was man bekommt.
  • Na gut Lehmann – wir können uns morgen gegen 15.00 Uhr im Biergarten des Zenner treffen.
  • Machen wir. Meier – ich lade dich ein.
  • Schon gut Lehmann. Bis morgen.