Schlagwörter

, , , , , , , ,

Meier hatte mit dem Doktor viele Nächte gesoffen. Der war an derselben Universität gewesen und so traf man sich zwangsläufig. Damals in der DDR.

  • Meier – du hier?
  • Jeschke, hast dich kaum verändert. Immer noch dieses fiese Grinsen im Gesicht.
  • Na – ich bin auch älter geworden. Was kann ich für dich tun?

Meier erzählte ihm die Geschichte von der Toilettenfrau, die er werden sollte. Jeschke verzog angewidert das Gesicht.

  • Sowas machen die?
  • Ja Jeschke. Das machen die.
  • Gut. Paß auf – du bekommst von mir das Attest wegen Hautunverträglichkeit mit Desinfektionsmitteln und Scheiße. [Jeschke schmunzelte und straffte sich dann.] Weiterhin werde ich dir Brechreiz bescheinigen, sobald du fremde Scheiße riechst. Hier ist eine Salbe – schön auftragen nach dem ersten Arbeitstag. Das gibt prima Ausschlag.
  • Geht der auch wieder weg?
  • Ja Meier. Sobald der Amtsarzt alles abgesegnet hat, bekommst du das Gegenmittel.
  • Hmmh.
  • Was überlegst du denn jetzt Meier?
  • Ist es ansteckend?
  • Nein. Es ist nur eine chemische Reaktion deiner Haut. Willste oder ja?
  • Ich muß.
  • Geht doch. Also – du beginnst am ersten Tag und bist am zweiten bei mir. Krankschreibung und Gutachten werden dann erstellt.
  • Danke Jeschke!
  • Kein Problem. So – hau jetzt ab. Da warten noch mehr Patienten.

Meier schlich aus der Praxis. Zumindest einen Tag würde er also im Scheißhaus sitzen müssen. Aber danach …

Meier holte noch schnell zwei Kartons Rotwein und etwas Katzenfutter. Dann war er endlich wieder in seiner Bude.

Die Katze schmatzte und maunzte. Meier starrte mal wieder aus seinem Küchenfenster auf die Bäume.

War das alles noch Wirklichkeit?