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Meier stieg pünktlich in die S-Bahn. Er hatte nichts gegessen. Also konnte nicht viel passieren. Wäre doch gelacht, wenn er nicht nach sieben Tagen Fachkraft für Scheißhäuser sein würde. Meier wollte es wissen. Sein zweiter Tag im Scheißhaus.

  • Meier – hätte nicht gedacht, daß sie wieder auftauchen.
  • Ich auch nicht.
  • Gut. Sie sind ein Steher. Sie wollen hier Karriere machen. Eine gute Entscheidung.
  • Bestimmt.

Meier fragte sich gerade, ob sein Kopf noch funktionierte. Irgendwas stimmte nicht. Die Perspektive als Scheißhaus-Mänätscher paßte doch nicht zu ihm. Andererseits – welche Alternativen hatte er?

Alles war alternativlos.

  • Meier, alle Kabinen einmal gründlich reinigen. In einer Stunde öffnen wir. Dann muß alles glänzen.

Meier schaffte es, in einer Stunde die 15 Scheiß-Kabinen zu säubern. Vier Minuten pro Kabine. Der Mänätscher war zufrieden.

  • Meier – gehen sie eine Zigarette rauchen. Sie haben sich eine Pause verdient.

Meier stand vor dem Scheißhaus und schätzte ab, welche Kunden den meisten Dreck hinterlassen würden. Ein Schlipsträger mit Aktentasche hastete ins Klo. Der würde alles vollscheißen und nicht spülen. Meier erkannte diese Typen mittlerweile. Sie sahen alle gleich aus. Uniformiert und mit einem gehetzten Blick schlichen sie durch Berlin.

Diese grauen Anzugträger saßen in allen Schaltzentralen der westdeutschen Diktatur. Meier warf den Zigarettenstummel weg und begab sich wieder zu seinem Traum-Job.