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Morgens schlich sich Meier aus dem Schlafzimmer, das unter der Glaskuppel lag.

Eine Treppe tiefer befand sich das Wohnzimmer. Dort stand ein prächtiger Kamin. Meier hatte nirgendwo einen Baum gesehen. Aber es lag Asche im Kamin.

Die Küche kannte er schon – also machte er sich einen Kaffee. Er fand auch etwas Brot, Schinken, Tomaten, Zwiebeln und Eier. Meier fing an, ein prächtiges Rührei zuzubereiten.

Michaela kam in die Küche und guckte in die Pfanne. Meier deckte den Tisch und verteilte das Rührei.

Meier fragte, was der Kamin für eine Funktion hatte. Michaela lachte und erzählte ihm, daß ihr Vater jede Woche einen Hubschrauber mit Holz und Lebensmitteln schickte. Das Holz mußte noch kleingehackt werden, damit sie nicht nur faulenzte – meinte ihr Vater. Hinterm Leuchtturm befand sich ein rustikaler Schuppen.

Also hackte er dann das Holz und trug es hoch. Es waren 179 Stufen bis zum Kamin. Nach einer Woche war Meier richtig fit. Nach sechs Wochen wuchsen ihm Muskeln, wo noch nie welche waren.

Jeden Abend mußte Meier über die DDR erzählen. Michaela wollte wirklich alles wissen. Sie sprachen auch über Pinochet, Allende, Corvalan und Viktor Jara. Michaelas Vater hatte alle vier gekannt.

So verging ein ganzes Jahr. Meier dachte nicht mehr an den Plänterwald in Ostberlin. Michaela malte Bilder und kochte, er hackte Holz und war mit dem Hund unterwegs. Der Hund wußte alles über Meier. Manchmal guckte er ihn an, als ob er alles verstehen würde.

Abends schauten sie zu dritt aufs Meer, zu den Sternen oder in das Kaminfeuer.

[Etwas Kitsch gehört zum Leben.]