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Lehmann war damals Parteisekretär der SED.

Nun hatte er einen Job als persönlicher Referent eines 23jährigen MdB (Mitglied des Bundestages).

Die Partei, der er jetzt diente, war so wie alle anderen. Man votierte für Krieg, Hartz IV und Enteignung des Volkes. Lehmann diente also der DEP.

Die Deutsche EinheitsPartei (DEP) war 1990 entstanden – nach der Annexion der DDR.

Die Blockparteien bildeten ein Bündnis. CxU, SPD, FDP und Grüne verstanden sich prächtig.

Lehmann kannte sich aus mit Blockparteien – damals hatten die bloß andere Bezeichnungen. NDPD, LDPD usw. Aber das war in seinem ersten Leben. Lehmann hatte damit abgeschlossen. Sein Blick ging nach vorn.

Hier in der Provinz bei Templin war nicht viel passiert. Die Guten hatten sich schicke Häuser bauen lassen und zeigten ihren Reichtum mit großen SUV’s und geländegängigen Kinderwagen.

Angela war seine Jugendliebe. Eine aufrechte FDJlerin. Das war Anfang der 70er Jahre. Sie redeten viel über den Sozialismus und sprachen nur russsisch. Angela nahm an jeder Russisch-Olympiade teil; Lehmann war nur ein durchschnittlich begabter Schüler.

Lehmann saß gerade an einem neuen Wahlprogramm für seinen Chef. Die Bundestagswahl rückte immer näher und sein Chef hatte schlechte Umfragewerte. Das bedrückte Lehmann. Denn sein Job war in Gefahr, wenn dieses Jüngelchen nicht wieder in den Bundestag einzog.

Einerseits wünschte sich Lehmann, daß die Rotznase krachend verlor. Andererseits war er abhängig und wünschte ihm den Wahlerfolg.

Lehmann beobachtete seine Fische und zündete sich die 45. Zigarette des Tages an.