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Der junge Schnösel von der DEP betrieb ein Wahlkreisbüro in Templin. Dort saß Lehmann 20 Stunden in der Woche und wartete auf besorgte Bürger.

Die Tür ging auf und ein kleines Männchen spazierte herein.

  • Tach.
  • Guten Tag – was kann ich für dich tun?
  • Ich will mich beschweren.
  • Gut. Erzähl.
  • Ich habe diese Partei gewählt. Und die läßt mich im Stich.
  • Aha.
  • Heute nacht wurden 12 Schafe von Wölfen gerissen. Wer ersetzt mir den Schaden?
  • Warst du schon bei der Polizei?
  • Die ersetzt keine Schäden.
  • Wegen der Anzeige. [Lehmann wußte, wohin das Gespräch führen würde. Ihm war plötzlich unwohl.]
  • Lehmann – du weißt genau, wer hier wieder Wölfe haben wollte. Und du sitzt in dem Büro von diesem Spinner. Also mach mal einen Vorschlag oder rufe den Spinner an.
  • Krawetzke – du weißt auch warum ich hier sitze?
  • Mir egal. Früher hast du an den Fußsohlen der Genossen geleckt; jetzt sind es andere Fußsohlen. Schämst du dich nicht?
  • Ja natürlich. Krawetzke: Wer wollte denn andere Fußsohlen? Das warst du doch. Wer ist denn auf der Straße rumgezogen und hat Parolen gebrüllt? Und was hat es gebracht?
  • Nichts.
  • Siehst du. Jetzt kannst du ja mit den Wölfen heulen, die du 1989 gerufen hast.
  • Mensch Lehmann. Das konnte doch keiner ahnen.
  • Ach nö … Du kannst ja wieder auf die Straße gehen und demonstrieren. Krawetzke: Wen du auch wählst – du bist denen scheißegal.
  • Wann ist denn der junge Schnösel wieder hier?
  • Keine Ahnung. Berlin ist groß und er bekommt viel Geld. Was soll der hier?
  • Aber du machst eine Notiz für den Abgeordneten?
  • Ja Krawetzke. Der wird die aber wegschmeißen. Was interessieren den die Idioten, die ihn gewählt haben.
  • Ach Lehmann – sperr ab, laß uns in die „Linde“ gehen und etwas trinken.
  • Du bezahlst?
  • Jaja. Kommt auch nicht mehr drauf an.

Einträchtig schritten Krawetzke und Lehmann zur „Linde“.