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An nächsten Morgen versammelten sich besorgte Bürger am Tatort. In den Krawall-Muschi-Medien (KMM) wurden sie sofort als Nazis bezeichnet.

Lehmann packte einen Koffer. Er wollte nur noch weg. Egal wohin. Er stieg in seinen alten Lada und brauste davon.

Derweil stürmten sensationshungrige Mietmäuler der KMM den Tatort. Aus dem Westen rollte eine riesige Karawane von Neo-Nazis an. Die Templiner verzogen sich in ihre Häuser und überteuerten Mietwohnungen.

Die westdeutsche Bürgermeisterin gab Interviews. Sie strahlte auf jedem Sender. Die DEP würde die nächste Wahl gewinnen. Das war klar.

Lehmann fuhr nach Saßnitz. Dort war die Fähre nach Schweden.  Er wollte in einen großen Wald, wo er alleine war.

Abends tobten Randalierer in Templin. Sogenannte Rechte und Linke bekämpften sich. Es war kein Templiner dabei. Die alte BRD führte jetzt hier ihre 68er Diskurse aus.

Die Bundespolizei rückte an. Auch Polizisten aus Brandenburg und Niedersachsen. Die Templiner schauten ungläubig auf das Geschehen draußen.

Es war der erste Messermord in Templin gewesen. Niemand dachte jetzt an die hohlen Worte Einigkeit, Recht, Freiheit.

Niemand ging vor die Tür. Niemand wollte das sehen.

Was machten die sogenannten Bürgerrechtler?

Die waren schon seit dem 3. Oktober 1990 abgetaucht. Versorgt mit guten Posten und üppigen Pensionen.

In Templin brodelte es hinter den Hauswänden.

Lehmann fuhr auf die Fähre und freute sich auf sein Leben im Wald.