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Sascha und Lehmann angelten und hatten mächtig Glück. Schon nach vier Stunden hatten sie 20 Fische gefangen. Sie legten eine Pause ein und konzentrierten sich auf das mitgebrachte Essen.

Sogar zwei Bier für Lehmann waren dabei. Sascha trank seinen Wodka.

  • Kurt – würdest du hier leben wollen?
  • Möglich. Wenn ich Arbeit hätte …
  • Weißt du – wir hatten nie Kinder. Juri war für uns wie ein Sohn. Nachdem seine Mutter und sein Bruder tot waren. Nun ist er weit weg. Maruschka leidet darunter. Nun hat Juri dich zu uns geschickt.
  • Sascha, ich überlege mir das alles. Aber ich muß zurück zu Juri.
  • Kurt – ich könnte dir sogar Arbeit besorgen. Ein guter Bekannter von mir …
  • Sascha, wenn ich wieder in die Finnmark fahre denke ich drüber nach. Nicht jetzt.

Lehmann fing noch einen besonders großen Fisch – der wog 8800 Gramm. Juri hatte ein Meßgerät dabei, an dem der Fisch baumelte.

  • Wie geht es Juri? Ist er glücklich dort?
  • Er ist immer gleich. Hilfsbereit, freundlich, schweigsam, anhänglich.
  • So kenne ich ihn auch. Juri hilft jedem und nimmt kein Geld dafür. Bestimmt will er nur eine Mahlzeit.
  • [Lehmann lachte]  Er kommt jeden Tag zu mir, weil er deutsches Essen liebt. Ich denke, daß er Gesellschaft sucht. Die hat er dort nicht gefunden – bis auf mich. Und wenn ich ehrlich bin – mir geht es wie ihm. Ich habe auch nur Juri dort. Der Rest ist belanglos.
  • Und Juri will nicht mehr zurückkommen zu uns?
  • Das weiß ich nicht. Du kennst ihn besser. Er erzählt nicht viel über seine Vergangenheit. Aber mir reicht auch ein friedliches Schweigen. Verstehst?
  • Ja. Zu gut.

Also schwiegen sie und fuhren am späten Nachmittag zurück. Sascha putzte die Fische. Die kleinen wurden gebraten und der Große wurde geräuchert.

Sascha und Lehmann verbrachten 14 Tage in der Natur. Sie verstanden sich prächtig. Lehmann wollte zur TransSib. Die ca. 3300 Kilometer bis nach Moskau wollte er damit fahren.

Sascha brachte ihn zum Bahnhof, nachdem Maruschka heftig geweint hatte.