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Julian stieg eines Abends aus einem hupenden Offroader. Lehmann hörte den Lärm und kam heraus. Die Überraschung war gelungen. Lehmann umarmte seinen Sohn und zog ihn ins Haus.

Es gab die mitgebrachten Konserven aus Templin. Raffiniert gekocht und verfeinert. Lehmann und Julian saßen lange in der Küche. Freitagabend. Niemand mußte früh aufstehen. Juri war auch noch kurz da und verschwand wieder. Er wollte nicht stören.

Vater und Sohn gingen erst um 5.00 Uhr ins Bett.

Um 9.00 Uhr stand Lehmann wieder in der Küche und machte Frühstück. Sein Sohn trudelte 15 Minuten später ein.

  • Morgen Papa.
  • Guten Morgen. Gut geschlafen?
  • Wie ein Bär. Es ist hier so ruhig. Und die Luft so klar. Gibt es bei uns nicht mehr.
  • Willst du wirklich weg?

Julian wollte nach Kanada. Sein Einwanderungsgesuch war genehmigt. In Templin wollte er nicht mehr bleiben. Der Bürgerkrieg breitete sich aus. Als Anwalt für internationales Wirtschaftsrecht hatte Julian gute Chancen in Kanada. Eine große Kanzlei hatte ihn eingestellt.

  • Ja. Ich fliege in zwei Wochen ab. Marie kommt mit.
  • Wer ist Marie?
  • Eine Ärztin, die ich vor sechs Monaten kennenlernte. Tut mir leid. Ich habe dir nichts erzählt.
  • Allerdings.
  • Und du? Wirst du immer hierbleiben?
  • Ich weiß nicht. Kann sein, daß ich nach Sibirien gehe. Ich war dort zwei Wochen zu Besuch. In Juris Heimat.
  • Sibirien … Verrückt. Ich in Kanada und du in Sibirien …
  • Wie man es auch betrachtet – wir entwickeln uns weiter.
  • Stimmt.
  • Komm, wir gehen angeln. Ich will abends Fisch essen.
  • Okay, gib mir eine halbe Stunde.

Vater und Sohn stiegen in den Offroader und fuhren zum nächsten Fjord. Dort konnte man von einem Felsen angeln.

Abends grillten sie die Fische draußen. Juri kam dazu. Es wurde ein lustiger Abend. Über Sibirien wurde nicht gesprochen. Julian hielt sich daran.

Morgens krähte der Hahn seinen Weckruf.