Schlagwörter

, , , , , , , ,

Lehmann saß draußen und schaute nirgendwo hin. Er mußte unbedingt mit Juri reden – aber der ließ sich seit Tagen nicht mehr sehen. Vielleicht ahnte er, was Lehmann machen wollte.

Es war nicht zu ändern. Die Finnmark war Geschichte. Kurt Lehmann streichelte ein paar Liter aus dem Euter der Kuh und versorgte sie dann im Stall mit Futter. Danach trieb er die gackernden Hühner in den Stall.

Die Flasche Wodka war längst leer. Es war dunkel und ruhig. Lehmann wußte, daß etwas Neues beginnen würde. Nur der Zeitpunkt war unbestimmt. Er würde das Haus verkaufen und nach Sibirien gehen.

Sascha hatte ihm schon einen Arbeitsvertrag geschickt. Juri wußte nichts davon.

Lehmann dachte an die Jahre in der DDR. Dort war alles einfacher gewesen. Er mußte keine großen Entscheidungen treffen. Wahrscheinlich war er sogar ein zufriedener Mensch gewesen.

Die Erinnerungen verblaßten immer mehr.

Juri fuhr vor Lehmanns Haus.

  • Kurt, darf ich mich setzen?
  • Immer, Juri.
  • Du hast dich entschlossen?
  • Ja.
  • Ich habe es dir angesehen, als du wieder hier warst. Du kannst in meinem Haus dort wohnen. Wirst du das hier verkaufen?
  • Wahrscheinlich.
  • Du bist ganz sicher?
  • Ja Juri. Leider.
  • Wieso leider?
  • Weil ich dich vermissen werde.
  • Aber dafür werden Maruschka und Sascha für dich da sein.
  • Ja. Haßt du mich jetzt?
  • Nein. Ich verstehe dich. Sibirien ist zum Verlieben. Für Deutsche sowieso. Das ist das Leben.

Lehmann und Juri tranken noch eine Flasche Wodka. Sie redeten und lachten. Juri war wirklich nicht sauer.

Erst gegen 3 Uhr verschwand Juri. Lehmann fiel in sein Bett. Die Entscheidung war gefallen.