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Krüger hatte gegen etliche Gesetze verstoßen. Mit seinen Texten.

Die DSGVO und andere wurden in dem Schreiben aufgeführt. Krüger wäre außerdem verfassungsfeindlich. Er sollte 8.000 Euro Strafe bezahlen. Ansonsten drohte ihm ein Knastaufenthalt.

Krüger hatte nur einen deutschen Staat erlebt, der tatsächlich eine Verfassung hatte. Das war die DDR. Aber die gab es nicht mehr.

Also warf Krüger dieses Schreiben in den Ofen.

Drei Wochen später klingelte bei ihm zwei Herren in Maßanzügen. Krüger bat sie in die Küche. Er kochte Kamillentee und wartete gespannt auf eine Eröffnung.

Die beiden Herren stierten ihn blöde an. Krüger guckte genauso zurück. Nach zehn Minuten eröffnete der Ältere das Geplänkel.

  • Herr Krüger, sie betreiben ein Blog.
  • Einen Schreibblock.
  • Wie auch immer – sie hetzen gegen die Bundesrepublik und deren Verfassung. Sie haben das Bußgeld nicht bezahlt.
  • Ich habe das Recht auf freie Meinungsäußerung. Steht so im Grundgesetz für die BRD. Eine Verfassung hat dieser Staat nicht. Also kann ich auch nicht dagegen verstoßen. Was wollen Sie?
  • Sie zur Vernunft bringen. Sie schreiben aufrührerische Texte. Das ist strafbar.
  • Aha. Wollen sie mich verhaften?
  • Wir müssen sie in Erzwingungshaft nehmen und ihren Blog abschalten.
  • Dann macht das mal ihr Büttel!

Krüger landete in einer Einzelzelle. In der Untersuchungshaft. Eine Woche mußte er warten, bevor er einen Richter sah. Der verlas die Anklage.

Krüger lachte laut. Der Richter wurde wütend. Er verhängte ein Ordnungsgeld von 500 Euro. Krüger lachte weiter.

Er wurde wieder in seine Zelle gebracht. Die Demokratie hatte zugeschlagen. Wie der Wasserwerfer.

Krüger schüttelte den Kopf. Er hatte die Nazizeit überstanden. Er hatte gut und gerne in der DDR gelebt.

Aber diese BRD war ihm fremd. Krüger legte sich auf seine Pritsche und schlief traumlos ein.