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Was man heute dort so spielt, ist mir unbekannt. Wir Kinder spielten Klimpern in den 70ern.

Mit Pfennigen wurde versucht, möglichst nahe an die Hauswand zu werfen. Gut war ein „Steher“ – da stand der Pfennig an der Hauswand. Das Werfen war damit vorzeitig entschieden. Ansonsten galt der Pfennig, der am dichtesten an der Wand lag. An einem Spiel beteiligten sich 2 bis 10 Kinder.

Der beste Werfer hatte aber noch nichts gewonnen. Er mußte jetzt die Münzen auf die nach oben gerichtete Handfläche legen, sie kurz hochwerfen, die Hand drehen, die Münzen mit dem Handrücken auffangen, sie wieder hochwerfen und mit der Hand fangen. Nur dann durfte er sie behalten.

Ein spannendes Geschicklichkeitsspiel. Es gab nie einen Streit, da die Regeln so einfach waren.

Ich hatte ein Weckglas mit Pfennigen, die ich an vielen Nachmittagen gewonnen hatte. Es waren so um die 400.

Und Pfennige waren damals wertvoll. Man konnte als Kind viel dafür kaufen.

Ein Brötchen kostete 5 Pfennige. Ein Kaugummi oder eine Stange Pfefferminzbonbons 10 Pfennige. Eine Kugel Vanilleeis 15 Pfennige. Ein Negerkuß 25 Pfennige. Eine Flasche Kola 42 Pfennige. In der Dorfkneipe gab es ein Glas Faßbrause für 23 Pfennige. Die Brause war bräunlich – so wie schwarzer Tee.

Zurück zum Klimpern. Die Besten schafften es, 20 Pfennige zu fangen. Ich kam bei einem Versuch heute nur auf 11. Nun gut meine Klimperzeit war ja auch vor einigen Jahrzehnten.

So war das damals.