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Die Königin war tief besorgt. Ihre Mundwinkel hingen steil nach unten.

Das Königreich war reich und die Armen fügten sich ihrem Schicksal. Es schien alles perfekt zu sein. Doch dann brachte ein Bote die Nachricht von einer bösen Krankheit, die jenseits des Reiches grassierte. War die Pest wieder da?

Sofort wurden alle Minister einbestellt. Die Sitzung dauerte drei Tage. Es gab aber kein Ergebnis. Die Mundwinkel hingen jetzt fast am Erdboden. Der Leibarzt hatte eine gute Idee. Die Königin möge doch bitte die besten Ärzte des Landes zu sich rufen. Die wüßten vielleicht mehr als die Hofschranzen.

So erfolgte die nächste Sitzung. Diese dauerte acht Tage. Die fähigsten Giftmischer wurden beauftragt, ein Elixier herzustellen, welches alles Böse vom Reich fernhalten konnte.

Die Grenzen wurden für alle Fremden geschlossen. Das gemeine Volk durfte seine Häuser kaum noch verlassen. Viele Leute starben, weil sie nichts zu essen hatten. Derweil tafelten die Königin und ihre Hofschranzen munter weiter.

Jede kritische Stimme wurde unterdrückt und mit Kerkerhaft bestraft. Das Volk murrte zwar – aber es befolgte alle königlichen Befehle widerstandslos. Die Königin konnte wieder lächeln.

Dann jedoch kam die Kunde, daß Flugdrachen aus dem bösen Reich der Mitte die Krankheit ins Königreich gebracht hatten.

Das Elixier mußte her. Der Leibarzt sollte die Giftmischer zusammenrufen. Alle versicherten, daß sie daran arbeiten und bald fertig sind. Sie müßten nur noch ein paar Testpersonen damit infizieren und die Ergebnisse beobachten.

Das dauerte der Königin zu lange. Sie befahl, das Elixier sofort einzusetzen. Dann würde man schon sehen, was da passiert.

Vier Giftmischer weigerten sich und landeten im Kerker. Alle anderen waren gewarnt und spielten mit. Aber auch einige Hofschranzen weigerten sich, das Elixier einzunehmen. Die Königin tobte.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann tobt sie heute noch.