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Fischer hatte unseren Termin abgesagt. Er mußte dringend nach Stockholm. Also hatte ich Zeit, meine Gedanken zu ordnen.

Fischer hatte neulich Elvira mit Eva verwechselt. Er legte soviel Wert auf Details, daß mich das verwundert hatte. Außerdem kamen nicht besonders viele Leute in seiner Erzählung vor. Waren Teile seiner Erzählung nur ein Hirngespinst?

Ich mußte das herausfinden. Nochmal in Vorpommern anfangen? Wahllos Leute befragen? Ich war unschlüssig. Oder sollte ich lieber in Eskilstuna rumfragen? Mir gefielen beide Varianten nicht. Also konnte ich nur weiter zuhören, wenn er erzählte.

Was mich auch stutzig gemacht hatte war, daß er wenig über Uwe sprach. Der war verschwunden – dann war er wieder da. So ungefähr. Offensichtlich konnte sich Fischer problemlos von Menschen trennen, die er schon lange kannte. Über Maria erfuhr ich auch nichts nach der räumlichen Trennung von ihm.

Waren seine Papageien das Wichtigste in seinem Leben? Neben seiner Mutter, die er zu sich geholt hatte. Fischer war für mich undurchschaubar. Das war ein saublödes Gefühl.

Mein Chefredakteur hatte auch schon mehrmals angerufen. Der wollte eine gute Story, die man teuer verkaufen könnte. Und ein kleiner Hinweis auf meine Spesen fehlte natürlich auch nicht. Also fuhr ich erstmal nach Hamburg in die Machtzentrale aller Wochen-Magazine.

Der Chef warnte mich vor der Relotius-Masche. „Fischer – entweder sie haben eine Story oder sie haben keine. Wenn sie keine haben, dann ist spätestens in zwei Wochen Feierabend für sie.“

Ich versackte in der Nacht in meiner Stammkneipe und fuhr erst am nächsten Abend wieder ab. Die Uhr tickte laut und vernehmlich.