Schlagwörter

, , , , , , , ,

Svea war während der nächtlichen Ausgangssperre unterwegs. Sie wollte unbemerkt einen selbstgebackenen Kuchen für ihre Oma ins Pflegeheim schmuggeln.

Diesen Kuchen hatte Oma immer für sie gebacken als sie noch klein war. Svea hatte sich alles aufgeschrieben und gemerkt.

Oma hatte nun schon seit einem Jahr keinen Besuch empfangen dürfen. Svea wußte nicht einmal, ob ihre Oma noch lebte. Also mußte sie etwas tun.

Sie hatte unauffällige und dunkle Kleidung angezogen. Sie lief geduckt an den Hauswänden entlang. Laternenlicht mied sie natürlich.

Jetzt waren es nur noch zwei Kilometer bis zum Heim. Oma wohnte dort im Erdgeschoß – sie würde schon irgendwie reinkommen, ohne daß sie gesehen wurde.

Doch dann passierte es: Plötzlich standen Uniformierte vor ihr und hielten sie fest. Sie wurde in einen Wagen verfrachtet und landete in einem Verhörzimmer. Dort saß ein grimmig aussehender Offizier und grinste sie an.

  • Na Svea – wo wollten wir denn hin?
  • Geht dich einen Scheißdreck an.

Wumms. Die Ohrfeige saß. Svea unterdrückte die Tränen und schluckte ihren Rotz runter.

  • So Svea – bist du jetzt bereit?
  • Leck mich!

Wumms. Die nächste Ohrfeige. Svea dachte nur, daß dieses uniformierte Stück Scheiße nichts aus ihr herausprügeln würde. Der Vater ihrer Oma wurde von Uniformierten totgeprügelt. Aber der verriet nichts. Das machte sie stark.


Ich will nicht wissen, wie das weiterging. Daher bleibt auch alles im Dunkeln oder der Phantasie des Lesers überlassen.

Oder man stellt sich einfach vor, wie Kurt Tucholsky, Bert Brecht, Heiner Müller oder Christa Wolf diese Geschichte weitergeschrieben hätten, wenn sie noch leben würden.