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Major Furcht saß gelangweilt in seinem Büro. Zum Glück guckte jetzt die dämliche Fresse von Wachtmeister Dumm in sein Büro.

  • Herr Major, wir haben einen Verdächtigen festgenommen.
  • Ja und?
  • Der war auf der Straße unterwegs und konnte nicht geortet werden. Laut unserem Überwachungssystem war dort niemand. Der hatte sein Smartphone nicht dabei.

  • Vorstrafen? Auffälligkeiten? Soziale Netzwerke?
  • Nichts. Nirgendwo angemeldet. Keine Vorstrafen.
  • Das macht ihn sehr verdächtig.
  • Wieso Herr Major?
  • Der hat etwas zu verbergen. Der bewegt sich im Untergrund. Bestimmt ein Schläfer, der irgendwann einen Weihnachtsmarkt sprengt.
  • Aber das ist ein Klempner aus Bayern, der hier nur Urlaub macht und erzkatholisch ist. Der Seppl, Franz.
  • Soso. Egal. Bringen sie den Scheißkerl her und halten draußen an der Tür Wache.
  • Jawohl Herr Major!

Major Furcht trank noch schnell einen Schluck aus seiner Taschenflasche und freute sich. Endlich wieder etwas tun – endlich nützlich sein. Seppl wurde hereingeführt.

  • Setzt dich Seppl. Und erzähl mal, wieso du dein Smartphone nicht dabei hattest.
  • Ist das eine Straftat?
  • Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten. Also wieso entziehst du dich unserer Überwachung?
  • Entziehen?
  • Du bist auch in keinem sozialen Netzwerk angemeldet. Was treibst du also?
  • Ich arbeite und gehe abends ins Bett.
  • Soso. Mal Urlaub in Pakistan gemacht?
  • Pakistan?
  • Also warst du dort.
  • Ich will einen Anwalt.
  • Anwalt? Ich bin dein Anwalt. Weißt du, was der Staatsanwalt aus dir machen wird? Also rede endlich.

Seppl schickte ein Stoßgebet zur heiligen Mutter Maria und sagte nichts mehr.


Jeder Leser darf jetzt das Märchen zu einem guten Ende führen.

Vorher sollte er aber die „Flüchtlingsgespräche“ von B. Brecht lesen. Oder etwas von Kafka. Oder von Tucholsky?    😦