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Nach dem Ernteeinsatz begann das Studium. Die erste Vorlesung behandelte das wissenschaftliche Arbeiten. Gib immer die Quellen an, wenn du zitierst. Mache Zitate deutlich.

Diese Vorlesung gab es im Westen wohl nicht, daher wurden dort fleißig Plagiate als Doktorarbeiten ausgegeben …

Das Studium fiel mir leicht. Ich mußte nicht pauken, da alles irgendwie mit Logik zu tun hatte. Und logisches Denken bedeutet: Verstehen.

Also hatte ich Zeit, die Mädchen zu begutachten. Das war wichtig. Mit 20 Jahren war der Hormonpegel eben sehr hoch. Und dann muß man etwas tun.

Das Studium lief für mich nur nebenbei. Es waren zu viele Mädchen da. Und jedes roch anders. Interessant.

Ich habe mich nicht totgevögelt – ich spielte Fußball in der Hochschulauswahl und arbeitete nachts fleißig hinterm Thresen in der Moritzbastei.

Außerdem fuhr ich alle drei Wochen nach Hause, damit meine Wäsche wieder frisch war. Und so eine Zugfahrt dauerte sechs Stunden. Ich bin dann immer nachts zurück gefahren. Montag früh um 0.55 Uhr fuhr der Zug nach Leipzig ab.

Papa gab mir immer seinen Lada, den ich am Bahnhof abstellte. Ich nahm noch einen Kumpel mit und im Zug standen wir dann in der Mitropa und soffen kräftig Bier. Manchmal soviel, daß wir morgens nicht in die Hochschule wollten, sondern direkt ins Wohnheim fuhren …

Was soll ich sagen. Ich bezog ein Leistungsstipendium, die Zensuren stimmten also bei mir. Wozu Gedanken verschwenden? Die Mädchen waren ständig präsent und wollten auch beachtet werden.

Jupp. Jedenfalls lernte ich so einige kennen und schlief auch mit ihnen. Die Hormone wurden dadurch ruhig gestellt. Das war wichtig. Leider war keine dabei, von der ich mehr wollte.

So ging das während der gesamten Studienzeit. Ich studierte die Mädchen. Irgendwann merkte ich, daß es nicht ewig so weitergehen könnte.

Zum Glück war die Studienzeit auch begrenzt. Ich lief zu den Abschlußprüfungen und absolvierte alle mit Erfolg. Nun hatte ich einen akademischen Abschluß und sollte irgendwo arbeiten. Der Ernst des Lebens begann.

Ich suchte mir im Katalog eine Arbeitsstelle in Berlin aus. Sehr gutes Gehalt – 1600 Mark.

In Berlin wartete ein Platz in einem Arbeiterwohnheim auf mich. Ich begann am 1. September in Berlin.

So war das damals.