Schlagwörter

, , , , , , , ,

Es war eine Zeit, über die ich nachher kaum gesprochen habe. Und den anderen ging es genauso. Wir wollten nichts mehr davon wissen. Es war noch alles zu frisch.

Mein Tramperkumpel Alex, mit dem ich dann einige Sommer mit dem Zelt unterwegs war, diente an der Grenze. Er sagte nur einen Satz: Ich bin in jedem Diensthalbjahr um mindestens ein Jahr gealtert. Thema beendet.

Als Sanitäter mußte ich dann einen Monat lang Stationsdienst im Med.-Punkt machen. Ich bekam dort ein Einzelzimmer und war Tag und Nacht verfügbar. Eine Krankenschwester, die nie frei hat.

Morgens lief ich bei der Visite mit dem Oberarzt durch die Krankenzimmer und schrieb fleißig mit. Denn ich sollte alles umsetzen, was er festlegte.

Ein Soldat lag dort, der schwere Verbrennungen hatte. Es waren eitrige Wunden an den Beinen, die nicht besser wurden. Er erzählte mir, daß das vom Napalm kommt. Napalm? Napalm.

Ich konnte das nicht beurteilen und die Ärzte hielten sowieso die Schnauze. Auf jeden Fall sah es stark nach Chemie aus und eiterte vor sich hin. Der Soldat hat übrigens eine witzige Karrikatur von mir gezeichnet. Vielleicht finde ich die noch. Wir verstanden uns jedenfalls gut.

Da lag auch noch ein Turner. Fast-Mitglied der Nationalmannschaft. Ständig Probleme mit den Nasennebenhöhlen. Auch mit dem quatschte ich viel. Ich war eben die Krankenschwester, die morgens Fieber maß und die Tabletten brachte. Und das Essen. Und sich alle Sorgen anhörte.

Vormittags saß ich zusammen mit dem Feldscher in der Sprechstunde. Das war ein Unterleutnant mit einer paramedizinischen Ausbildung. Seine Aufgabe war es, Simulanten auszusortieren, damit die keinen Arzt belästigen.

Auf jeden Fall habe ich im medizinischen Dienst viel gelernt. Denn vorher war ich in Bezug auf Medizin bei Null.

…..

Dann war da noch ein Typ aus Neubrandenburg auf meiner Kompanie, der auch in meinem Zimmer schlief. Der hatte eine Gitarre dabei und klimperte ständig rum. Das war im ersten Diensthalbjahr. Ich war neugierig, wie man aus so einem Ding Musik erzeugt.

Der brachte mir die wichtigsten Griffe bei und ich konnte dann zwei Lieder auf der Klampfe spielen. Das war geil!

Leider wurde er nach ca. 5 Monaten vorzeitig entlassen. Er pinkelte ständig ins Bett. Ich beneidete ihn, weil er wieder draußen war. Wir haben uns nach meiner Entlassung in Berlin getroffen, wo er mittlerweile als Straßenbahnfahrer arbeitete. War ein lustiger Abend, besser  – wir zogen die ganze Nacht durch Berlin.

So war das damals.