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Natürlich ein 24-h-Dienst. Aber man hatte ja einen GUvD – also einen Gehilfen. Das war ein Frischer. So hatte ich ja auch begonnen – als Gehilfe. Aber in meinem  zweiten Diensthalbjahr bestand unsere Kompanie fast nur noch aus Frischen.

Es gab genau sechs EK’s und uns sechs ZwiPi’s. Die EK’s waren in den Zügen und konnten keine Dienste schieben. Also blieb das UvD-Spielen beim Kompanietrupp hängen und bei einigen echten Uffz., die sonst einen Gruppenführer darstellten.

Als Glatter war das sehr lustig mit dieser roten Armbinde umherzulaufen. Unteroffizier vom Dienst. Ich hatte ja auch wichtige Aufgaben zu erfüllen. Da war zum Beispiel das morgendliche Wecken um 6.00 Uhr. Ich hatte eine Trillerpfeife, die ohrenbetäubend war. Dann mußte ich schreien: „Kompanie aufgestanden. Fertig machen zum Frühsport.“

Dann Rundgang durch alle Manschaftszimmer, Licht anknipsen und die Frischen hochjagen. Die sollten ja pünktlich antreten, um ihren Morgensport zu genießen.

Nach 20 Minuten durften die wieder rein und mußten sich waschen und rasieren. Neue Kragenbinde einknüpfen und wieder antreten. Nun kam für mich die lustigste Aufgabe. Die Kompanie zur Futterstelle führen. Natürlich im Gleichschritt und mit klaren Kommandos.

Man mußte jede Richtungsänderung vorgeben. „Links schwenkt Marsch“. Vergaß man das, dann marschierten die knapp 100 Schwejks geradeaus weiter. Das war Ehrensache – mitdenken war ja verboten. Und daran hielten sich alle.

Mittags und abends kam manchmal der Politoffizier mit. Dann mußte gesungen werden. Ich durfte laut den Titel des Soldatenliedes brüllen und: „Lied stimmt an!“ Daraufhin mußte der Soldat vorne rechts das Lied anstimmen und die anderen stimmten ein.

Für einige war das ein Heidenspaß. Vielleicht gab es auch nur zu viele unentdeckte Opernsänger in der Kompanie. Es gab Arien, die geschmettert wurden. Ich hatte mich auf meine Kommandos zu konzentrieren, damit jede Richtungsänderung funktionierte. Denn wir mußten um 10 Ecken laufen.

An der Futterstelle wartete der OvD auf meine korrekte Meldung. „Kompanie soundso mit soundsoviel Mann bereit zum Frühstück … “ Dann durften wir einrücken.

Zurück konnte jeder alleine laufen. Und viele gingen zum MHO – einen Laden wo es vieles gab, bis auf Alkohol natürlich. Also Briefmarken, Zigaretten oder Club-Cola; alles was ein Soldat so braucht.

Der Witz bestand darin, daß ich die gleichen Schulterstücke hatte wie die Frischen. Manch ein OvD dachte bestimmt, daß er verarscht wird. Aber meine rote Armbinde mit der Aufschrift „UvD“ legitimierte mich eindeutig als UvD.

So war das damals.