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Rotkäppchen lief singend durch den Wald. Sie wollte zur ihrer Großmutter und hatte Wein und Kuchen in ihrem Körbchen. Plötzlich sah sie einen Wolf, der traurig da saß und weinte.

  • Wolf – warum weinst du ?
  • Ich habe die Menschen belogen und betrogen.
  • Wieso?

  • Ich bin der Kapitalismus.
  • Was ist Kapitalismus?
  • Menschen verdummen, sie benutzen und noch andere schlimme Sachen …
  • Hmmh. Hat mir meine Mutter nie erzählt. Und wie hast du das gemacht?
  • Ich hatte einen Schafspelz um – da konnte mich niemand erkennen. Alle glaubten mir. Sie dachten, daß ich ein Schaf wäre.
  • Aber du bist doch ein Wolf? Das sieht man doch!
  • Aber nicht wenn ich mich verkleide.
  • Kommst du mit zu meiner Großmutter? Da trinken wir einen Kakao und dann geht es dir besser.
  • Das geht nicht. Ich bin in Quarantäne.
  • Quarantäne?
  • Ja.
  • Was ist das?
  • Ich habe eine böse Krankheit in mir.
  • Tut das weh?
  • Nein. Ich darf nur nicht mehr von hier weg. Ich muß sitzen bleiben. Siehst du die beiden Elstern dort oben auf dem Baum?
  • Ja.
  • Die passen auf, daß ich hierbleibe. Wenn nicht rufen sie den Jäger an – der erschießt mich dann.
  • Armer Wolf … das sind aber böse Jäger.
  • Ja.
  • Und wie lange mußt du hier sitzen bleiben?
  • Ich weiß es nicht. Jedesmal verlängern sie die Frist, bevor sie abläuft. Es ist ein blödes Spiel.
  • Hmmh.
  • Läßt du mir den Kuchen da?
  • Ja. Den Wein auch?
  • Nein. Ich trinke nur Wasser vom Bach.
  • Na gut. Dann bekommt Großmutter nur den Wein. Ich besuche sie ja bald wieder. Bist du dann noch hier?
  • Weiß ich nicht. Aber bring mir Kuchen mit.
  • Ciao Wolf!
  • Ciao Rotkäppchen.

Sie erzählte alles ihrer Großmutter. Die schüttelte nur den Kopf.

  • Paß gut auf dich auf – der böse Wolf will uns auffressen.
  • Wieso?
  • Weil er ein Wolf ist.

Rotkäppchen lief betrübt nach Hause und sang nicht mehr.