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Die Grenze habe ich schon längst überschritten. Worauf will ich hinaus? Auf einen Film von 1985. Drehbuch und Regie: Herrmann Zschoche (u.a. auch „Sieben Sommersprossen“). Ein begnadeter Regisseur. Und sein Film hatte die bestmögliche Besetzung.

Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann in den Hauptrollen. Natürlich spielte auch Rolf Hoppe mit. Michael Gwisdek, Peter Bause und Swetlana Schönfeld – um noch einige zu nennen, deren Namen mir damals etwas sagten.

Ich war im Kino unserer Kreisstadt, weil mich Hölderlin brennend interessierte. Außer mir waren noch vier Leute da. Also mußte die Vorführung stattfinden. 🙂

Ulrich Mühe spielte die Rolle seines Lebens. Er war so authentisch und großartig, wie niemand sonst.  Aber alles was er danach spielte, kam da nicht mehr ran. Und gestorben ist er bekanntlich 2007, kurz nach dem idiotischen Film „Das Leben der Anderen“, in dem er eine Hauptrolle hatte.

Wie konnte er sich dazu hergeben, in einer westdeutschen Hollywood-Schmonzette die Hauptrolle zu spielen?

Mit diesem Film war er für mich gestorben. Bevor er tot war. Übrigens gibt es eine gute Geschichte von Holger Osang zu dieser Oscar-Verleihung. Steht natürlich in meinem Bücherschrank.

Nun spielt seine Tochter in vielen Filmen mit. Die Anna Maria. Sie hat auf jeden Fall von Ulrich und Mutter Jenny das Schauspieltalent geerbt. So fiel mir wieder der Film mit ihrem Vater und ihrer Mutter ein.

Den habe ich übrigens 1992 auf Videokassette beim MDR aufgenommen und mittlerweile auch digitalisiert.

Ulrich Mühe wurde nur 54 Jahre alt. Jenny Gröllmann auch nur 59. Ich hänge da mittendrin und frage mich, was mir noch bleibt. Vom Leben.

Fragen sind immer schädlich. Vor allem in dieser Gesellschaft. Und gute Filme gibt es auch nicht mehr. Nur irgendwelchen Schwachsinn. Bis auf Horst Krause.  🙂

So war das damals.


P.S. Der Film ist eine Klasse für sich. Da kommt kaum etwas anderes ran.