Schlagwörter

, , , , , , ,

Krause übernachtete am Kemi. Und schaute auf das Meer. Er kannte seine Reiseroute genau. Er mußte unbedingt bis zum Inari fahren.

Den See kannte er aus seinen Kreuzworträtseln in der Jugendzeit. Darüber war Norwegen und rechts lag Rußland. Murmansk war auch nicht weit entfernt.

Krause lächelte. Er am Inari! Unvorstellbar. Aber nur noch wenige Tage entfernt. Das würde wirklich seine merkwürdigste Reise werden. Aber er bereute nichts. Sie kam genau zur richtigen Zeit.

Er hatte in Kemi seinen Wassertank gefüllt, reichlich Treibstoff gebunkert und natürlich auch ein paar Lebensmittel und Bier.

Jetzt würden kaum noch Ortschaften kommen und nur wenige Menschen unterwegs.

Dafür aber auf jeden Fall Wasser mit Fischen darin. Er hatte auch noch ein paar Würmer zum Angeln gekauft. Dazu würde er viel Zeit und Lust haben. Und er könnte sich mit Otto unterhalten – wenn der nicht gerade schlief.

Krause kroch in sein Bett und schlief sofort ein. Morgens weckte Otto ihn wie immer, weil er pinkeln mußte. Also machten sie das gemeinsam. Nach dem Frühstück fuhr er weiter.

Es ging am Kemi entlang, der in einen anderen Fluß überging. Krause fuhr immer am Wasser entlang. Nachmittags hielt er und angelte erfolgreich. Der Fisch schmeckte gut. Auch Otto schmatzte zufrieden.

Morgen würde er weiter nach Kelloselka fahren. Davor kam ein See. Dort wollte er übernachten. Und dann am nächsten Tag nochmal auftanken und in eine noch einsamere Gegend fahren.

Der See war auch fischreich. Krause mußte seine Notvorräte nicht angreifen. Nur das Bier nahm ab. In Kelloselka konnte er nochmal einkaufen.

Krause blieb noch eine Nacht. Er fühlte sich richtig gut ohne andere Menschen. Das war sein Naturell – typischer Einzelgänger.

Insgeheim fürchtete er sich schon vor dem Tag, an dem er wieder in diesem öden, deutschen Staat sein würde. Das ganze Leben dort nervte ihn. Diese Erkenntnis hatte die Reise schon gebracht.

Krause fuhr weiter in Richtung Norden.